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Schlammschlacht zwischen HP und Hewlett geht weiter

08.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) wies Hewlett-Packard (HP) die Behauptung von Walter Hewlett zurück, wonach ihn der IT-Konzern in seiner Position als HP-Direktor zur Befürwortung der geplanten Übernahme von Compaq gedrängt habe. Diesen Vorwurf bezeichnete der kalifornische Computer- und Druckerhersteller als "unzutreffend".

Mit seinem Brief, den die übrigen acht Direktoren des HP-Verwaltungsrats unterzeichneten, reagierte das US-Unternehmen auf ein ähnliches Dokument von Hewlett, das dieser vor kurzem bei der SEC eingereicht hatte. Darin hatte der Sohn von HP-Mitbegründer William Hewlett erklärt, er sei von dem HP-Anwalt Larry Sonsini aufgeklärt worden, dass die Akquisition von Compaq auch ohne seine Zustimmung über die Bühne gehen würde. Sollte er den Deal jedoch ablehnen, würde der Kaufpreis steigen. Sonsini soll zudem darauf hingewiesen haben, dass Walter Hewlett als Director für die Übernahme, als Aktionär aber dagegen stimmen könne.

HP erklärt nun in seinem SEC-Dokument, dass man in den internen Sitzungen vor der Verkündigung des Deals niemals über ein einstimmiges Votum noch über den Übernahmepreis gesprochen habe. Ferner habe Hewlett das Unternehmen nicht, wie er behauptet, bereits vor Monaten über seine Absichten informiert, wonach er als Aktionär gegen den Merger stimmen werde. Die Firmenführung habe erst eine halbe Stunde vor der Veröffentlichung seiner Ablehnung am 6. November 2001 in einem Telefonat davon erfahren. In dem Schreiben legt HP zudem dar, dass Hewlett drei der acht Fusions-Sitzungen zwischen dem 24. Juni und dem 3. September 2001 und damit grundlegende Analysen sowie Weichenstellungen zur Fusion verpasst habe.

Hewlett, der zusammen mit den Nachkommen von Firmengründer David Packard den Merger bei der kommenden Aktionärsabstimmung blockieren will, bezeichnete das HP-Schreiben als ein Geflecht aus Halbwahrheiten. (ka)