Telekom-Personalchefin

Schick verteidigt geplanten Job-Abbau in der Zentrale

25.06.2012
Telekom-Personalvorstand Marion Schick hat den geplanten Abbau von bis zu 1300 Jobs in der Bonner Konzernzentrale verteidigt.
Marion Schick, Personalvorstand der Deutsche Telekom AG
Marion Schick, Personalvorstand der Deutsche Telekom AG
Foto: Deutsche Telekom

"Eine groß und breit aufgestellte Zentrale entspricht nicht mehr unserer Steuerungsphilosophie als internationaler Konzern", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und fügte hinzu: "Wir geben Kompetenzen ab an Serviceeinheiten, weil viele Themen lokal vor Ort entschieden werden müssen, wo die Kompetenzen sitzen." Die Telekom habe aber große Erfahrung mit Restrukturierungen: "Wir haben es immer geschafft, den Personalabbau sozialverträglich umzusetzen." Das solle auch für die Zentrale gelten.

Der Bonner Dax-Konzern hatte am Freitag seine Sparpläne konkretisiert und mitgeteilt, dass in der Zentrale bis 2015 bis zu 1300 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. In Deutschland beschäftigt die Telekom rund 120.000 Menschen, davon knapp 4000 in der Zentrale.

Zuletzt hatte der Telekom-Vorstand bei der Bilanzvorlage darauf hingewiesen, dass zwar kein neues Sparprogramm aufgelegt werde, die Suche nach Einsparmöglichkeiten aber eine Daueraufgabe sei. Denn im Kerngeschäft schrumpfen seit Jahren die Umsätze. Der harte Wettbewerb und die Regulierung machen dem Unternehmen zusätzlich zu schaffen. Gleichzeitig benötigt der Aufbau neuer Geschäftsbereiche Zeit.

Von der deutschen Wirtschaft verlangte Schick, die seit Mai 2012 Personalvorstand und Arbeitsdirektorin bei den Bonnern ist, unterdessen mehr Frauenförderung: Die Benachteiligung der Frauen sei ganz speziell ein deutsches Thema, sagte sie dem Blatt weiter. "Es ist höchste Zeit, dass wir das hier im Land auch endlich angehen." In fast allen anderen Ländern Europas sei man da schon viel weiter. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei der Telekom liege hierzulande erst bei 14 Prozent. Das sei viel zu wenig, sagte Schick. Das könne nicht durch höhere Quoten in anderen Ländern ausgeglichen werden. (dpa/tc)