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Scheer: Die CeBIT ist für deutsche Politiker ein Waterloo

15.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - August-Wilhelm Scheer, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Saarbrücker IDS Scheer AG, hat angesichts der Übermacht ausländischer CeBIT-Aussteller eine Großoffensive "Empower Deutschland" gefordert. "Wie stark Deutschland bei Hightech zurückgefallen ist, zeigt sich auf der CeBIT", so Scheer. Die Hallen in Hannover würden von großen amerikanischen und asiatischen IT-Unternehmen dominiert. In Podiumsdiskussionen mit hochrangigen deutschen Politikern zur "Informationsgesellschaft Deutschland" kämen ausschließlich Vertreter ausländischer IT-Unternehmen zu Wort, die deutsche Wirtschaft spiele bloß eine Komparsenrolle.

Auf den meisten IT-Gebieten und selbst bei Ingenieursoftware sei Deutschland der Verlierer - einzige Ausnahme: betriebswirtschaftliche Software [sprich SAP]. "Anstatt weiter verlorene Hardwaretechniken staatlich zu fördern, sollte sich die Forschungspolitik auf zukünftige Branchenszenarien konzentrieren und innovatives Branchen-Know-how mit Software zum Beispiel für Auto-Informatik, Bio-Informatik oder Maschinenbau bündeln." So könne man die vorhandenen Stärken der Großunternehmen in diesen Branchen ausbauen und gleichzeitig neuen IT-Unternehmen den Eintritt in die Weltmärkte erleichtern, findet Scheer. (tc)