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Sasser-Informant steht selbst auf der Verdächtigenliste

17.06.2004

Der Informant, der Microsoft im vergangenen Monat die entscheidenden Hinweise zur Ergreifung des "Sasser"-Autors Sven J. gab, steht nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden selbst auf einer Liste mit fünf möglichen Komplizen. J. war am 7. Mai festgenommen worden, nachdem der auf die von Microsoft ausgelobte Belohnung scharfe Tippgeber sich an Microsoft gewandt hatte. In der folgenden Woche verhörte die Polizei fünf Bekannte J.'s, die teilweise einräumten, von diesem den Quellcode für den Sasser-Wurm erhalten zu haben. Unter diesen befinde sich auch der Informant, erklärte gestern Helmut Trentmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Stern" zufolge besuchen der Sasser-Autor und der Informant weiterhin die gleiche Schule. Sven J. fürchte sich vor Schadenersatzforderungen. "Ich habe Angst, dass mein Leben im Eimer ist", zitiert ihn das Blatt, "wie soll ich denn alles zahlen, wenn viele Klagen kommen? Ich kann mich doch nur bei allen entschuldigen." Trentmann zufolge sind bislang rund 50 Schadenersatzforderungen eingegangen, Details nannte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. (tc)