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SAP-Studie: Banken und Versicherungen müssen sich neuen Anforderungen und Strategien stellen

10.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Technologische Innovation und geänderte Kundenanforderungen werden die Geschäftsstrategien im Bankensektor in den nächsten fünf Jahren nachhaltig ändern." Zu diesem Ergebnis kommt die von SAP in Auftrag gegebene Studie "Business 2010" des Londoner Wirtschaftsforschungsinstituts Economist Intelligence Unit (EIU). Befragt wurden 577 Führungskräfte von Finanzdienstleistern aus 23 Ländern in Europa, Amerika und Asien.

Mehr als 60 Prozent der Befragten halten neue Geschäftsmodelle für entscheidend, um in Zukunft Wettbewerbsvorteile zu sichern. Dagegen rückt die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen in den Hintergrund. Rund drei Viertel der Manager erwarten, dass sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren durch Konsolidierung und Übernahmen noch verschärfen wird. Um diese Herausforderungen zu meistern, müssten die Finanzdienstleister flexibler im Markt agieren. Die eigenen Strategien seien dazu schnell an die sich rasch ändernden Anforderungen anzupassen. 84 Prozent der Befragten nannte in diesem Zusammenhang IT-Innovationen als Voraussetzung dafür, Geschäftsmodelle anzupassen und neue Strategien umzusetzen.

"Nachdem Banken und Versicherungen über viele Jahre scheinbar resistent gegenüber Veränderungen waren, werden die bestehenden Geschäftsmodelle nun überdacht", bescheinigt Thomas Balgheim, Senior Vice President für Financial Services von SAP, den Finanzdienstleistern.

Den Softwerkern aus dem Badischen passen die Studienergebnisse gut ins Konzept. So bewirbt SAP derzeit im Rahmen der Enterprise Service Architecture (ESA) die Business Process Platform als neue Basis der künftigen Softwareentwicklung. Anwender sollen auf Grundlage der erweiterten Integrationsplattform "Netweaver" sowie einer um verschiedene Kernfunktionen erweiterten Applikationsplattform in Zukunft schnell modulare Softwarebausteine entwicklen können. Damit sollen sich künftig Änderungen der eigenen Geschäftsprozesse zügig in der Softwarestruktur modifizieren und abbilden lassen. "Flexibilität, Offenheit, Zusammenarbeit und Schnelligkeit müssen zu einem Teil der Unternehmenskultur werden", forderte jüngst SAP-Chef Henning Kagermann.

Um dies in den Köpfen der Kunden zu verankern, bemüht SAP bereits zum zweiten Mal die Auftragsstudie der Londoner Wirtschaftsforscher. Anfang März dieses Jahres hatten die Walldorfer in einer offiziellen Presseverlautbarung unter Berufung auf die Gesamtergebnisse der EIU-Studie genau die gleichen Forderungen aufgestellt. Allem Anschein nach müssen die SAP-Verantwortlichen ihre Botschaften mit einem erhöhten Marketing-Aufwand in den Markt tragen. Offene Türen scheinen sie jedenfalls nicht einzurennen.

Zwar bietet SAP schon seit einiger Zeit Branchenlösungen für Finanzinstitute an. Banken und Versicherungen wollen ihre Core-Banking-Systeme, wenn überhaupt, nur Schritt für Schritt ablösen. (ba)