Cloud bremst Margenziel

SAP plant für 2014 mit weniger Wachstum

21.01.2014
SAP will in diesem Jahr aus eigener Kraft wachsen. Im Vorjahr hatten Übernahmen für deutliche Zuwächse gesorgt. Das ehrgeizige Gewinnziel musste SAP-Co-Chef Bill McDermott verschieben.

Der Softwarekonzern SAP plant 2014 mit weniger Wachstum als im Jahr zuvor. Allerdings werde das Unternehmen seine Umsätze mit Software, Miteinnahmen und Dienstleistungen in dieser Planung im Gegensatz zum Vorjahr aus eigener Kraft steigern, sagte SAP-Co-Chef Bill McDermott am Dienstag laut Mitteilung.

Noch stehen Jim Hagemann Snabe (l.) und Bill McDermott gemeinsam an der SAP-Spitze.
Noch stehen Jim Hagemann Snabe (l.) und Bill McDermott gemeinsam an der SAP-Spitze.
Foto: Wolfram Scheible / SAP

2013 hatten Übernahmen SAP zu einem Plus von elf Prozent verholfen - Währungseffekte und andere Faktoren herausgerechnet. Nun soll das Wachstum nur noch bei sechs bis acht Prozent liegen. Dabei sind die Vorzeichen gut. Der Marktforscher Gartner geht von einem weltweiten Plus im Geschäft mit Unternehmenssoftware von 6,8 Prozent aus.

An seinen mittelfristigen Umsatzplänen halte der Softwarekonzern fest, sagte McDermott. Bis 2015 will SAP mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz schaffen, 2017 sollen es mindestens 22 Milliarden Euro sein. Das Untenrehmen fährt seine Cloud-Offensive hoch und nimmt dabei zwischenzeitlich eine niedrigere Marge in Kauf. Statt 2015 werde der Konzern eine operative Marge von 35 Prozent erst im Jahr 2017 erreichen, so McDermott am Dienstag. Es habe noch kein Unternehmen gegeben, welches den Schritt in die Software-Vermietung über das Internet gegangen wäre, ohne zwischenzeitlich bei Umsatz und Gewinn zurückzustecken, ergänzte sein Co-Chef Jim Hagemann Snabe.

Das andere Ziel für 2015, ein Cloud-Umsatz von zwei Milliarden Euro, bleibe allerdings bestehen. Das wäre einen Verdopplung zum Jahresumsatz 2013. Der Bereich wird für die Walldorfer immer wichtiger und soll 2017 Erlöse von drei bis 3,5 Milliarden Euro bringen. SAP verwendet in seinen Prognose bereinigte Zahlen, aus denen Währungsschwankungen und andere Effekte wie durch Übernahmen bedingte Aufwendungen oder Kosten für den Konzernumbau herausgerechnet werden.

Eckdaten für 2013 hatte SAP bereits am 10. Januar vorgelegt. Der Gesamtumsatz stieg wegen starker Währungseffekte zwar nur um vier Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte aber um zehn Prozent auf 4,48 Milliarden Euro zu. (dpa/tc)