Kurze Antwortzeiten bei ERP-Software

SAP-Gründer Hasso Plattner ruft Zeitalter des In-Memory-Computing aus

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der Mitgründer des Softwarekonzerns SAP Hasso Plattner demonstrierte auf der SAPPHIRE, wie er sich die Zukunft von Geschäftsapplikationen vorstellt. Ihm zufolge spielt In-Memory-Technik dabei eine zentrale Rolle.

Mit In-Memory-Technik ist gemeint, Informationen aus Datenbanken nicht mehr von der Festplatte zu lesen, sondern diese in einem riesigen Arbeitsspeicher vorzuhalten. "Antwortzeiten von unter einer Sekunde sind in jedem Unternehmen machbar, egal um welche Art von Abfrage es sich handelt", so Hasso Platter, heute Chairman bei SAP und IT-Professor. Auch die Auswertung großer Datenmengen in einem Data-Warehouse soll ohne die heute noch üblichen Wartezeiten möglich sein. Ein weiteres Beispiel betrifft die Berechnung von Verkaufschancen. Plattner ließ in einer Demonstration eine Sales-Pipeline simulieren, für die pro Sekunde Millionen von Datensätzen verarbeitet wurden. "Versprochen haben wir kurze Antwortzeiten schon lange", gibt der Software-Guru selbstkritisch zu.

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Plattner zufolge werde sich die SAP-Software in diese Richtung entwickeln. "Wir belassen es bei den Funktionen und den Frontends, was sich ändern wird, ist die Antwortzeit", meinte Plattner. Einen Seitenhieb auf den Erzrivalen Oracle, der unlängst Sun Microsystems geschluckt hat, konnte sich Plattner natürlich nicht verkneifen: "Wir nennen die Technik nicht SQL Beans". Er spielte damit auf die SQL-Abfragesprache, die Oracle in seinen Datenbanken verwendet, und auf "Java Beans", eine Komponententechnik der von Sun entwickelten Programmier- und Ablaufumgebung Java, an. Mehr zur Oracle-Sun-Übernehme lesen Sie unter "Oracle wird mit Sun Komplettanbieter".

Was passiert mit In-Memory-Daten beim Server-Crash?

Allerdings würden die In-Memory-Verfahren auch Fragen bezüglich der Sicherheit aufwerfen. "Wie lässt sich gewährleisten, dass keine Daten verloren gehen, wenn der Server abstürzt?", fragte Plattner. Damit würden sich SAP-Forscher aber bereits intensiv beschäftigen. Vor allem Business-Intelligence-Anbieter haben sich intensiv mit In-Memory-Funktionen beschäftigt, darunter Micro Strategy.

In-Memory-Verfahren nutzt SAP bereits im Bereich Business-Intelligence im "Netweaver Business Warehouse Accelerator". Ebenso findet die Technik Anwendung im "Live-Cache" der SAP-SCM-Komponente Advanced Planner and Optimizer (APO), mit der Firmen beispielsweise ihre Produktion planen. Auch in dem bisher noch im Testbetrieb befindlichen "Business ByDesign" nutzt SAP In-Memory-Funktionen. In einem Nebensatz ging Plattner auf das SAP-Sorgenkind ein: "Der Winterschlaf von Business ByDesign geht zu Ende", meinte der ERP-Veteran, ohne jedoch Details zu nenne.

Auf der derzeit in Orlanda/Florida stattfindenden SAPPHIRE kündigte SAP mit "Business Objects Explorer" ein Produkt an, mit der Unternehmen Geschäftsinformationen schnell suchen und darstellen können, so das Versprechen des Softwarekonzerns.