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SAP bestätigt eigene Neunmonatsprognose

18.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Walldorfer SAP hat Zahlen zum dritten Quartal 2001 sowie für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres veröffentlicht. Im ersten Dreivierteljahr steigerte der Konzern den Umsatz um 23 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Die Einnahmen des dritten Quartals stiegen im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Das operative Quartalsergebnis (ohne Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und Aufwendungen für die Toptier-Übernahme) liegt mit 201 Millionen Euro minimal unter dem des Vorjahreszeitraums (202 Millionen Euro), die operative Marge ging von 14 auf zwölf Prozent zurück. Das EBITDA-Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg um 18 Prozent auf 235 Millionen Euro. Als Nettogewinn verbleiben 78 Millionen Euro oder 25 Euro-Cent pro Aktie nach 88 Millionen Euro oder 28 Euro-Cent je Anteilschein im Berichtszeitraum des Vorjahres.

Q3: Einbruch im Lizenzgeschäft

Regional betrachtet wuchsen die Einnahmen im dritten Quartal in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) um 32 Prozent auf 841 Millionen Euro und in der Region Amerika um sieben (bereinigt um Währungseinflüsse: neun) Prozent auf 613 Millionen Euro. Abwärts ging es hingegen im asiatisch-pazifischen Raum, wo der Quartalsumsatz um sechs Prozent auf 195 Millionen Euro zurückging. "Der Softwaremarkt, besonders in den USA, hat sich in der jüngsten Vergangenheit deutlich verändert. Bestehende und neue Kunden verschieben gegenwärtig Kaufentscheidungen", erklärte Vorstandssprecher und SAP-Mitgründer Hasso Plattner.

Der Produktumsatz im dritten Quartal stieg um neun Prozent auf 995 Millionen Euro, das Lizenzgeschäft ging allerdings im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 447 Millionen Euro zurück. "Wir sind zufrieden, dass wir unsere Prognose für die ersten neun Monate erfüllen konnten, obwohl wir mit einem höheren Softwarelizenzumsatz gerechnet haben", so Plattner-Kollege Henning Kagermann. Deutlich aufwärts ging es dafür im Beratungsgeschäft, das um 30 Prozent auf 524 Millionen Euro zulegte. Im Schulungsbereich steigerte SAP die Einnahmen um 19 Prozent auf 113 Millionen Euro.

Getrennt weisen die Walldorfer auch den Umsatz nach Softwarelösungen aus. MySAP CRM (Customer Relationship Management) kam auf 78 Millionen Euro Umsatz oder 17 Prozent der gesamten Erlöse; MySAP SCM (Supply Chain Management) erreichte 98 Millionen Euro oder 22 Prozent des gesamten Softwareumsatzes. Berücksichtigt wurden hier laut SAP sowohl die Einnahmen aus Verträgen sowohl für einzelne als auch für integrierte Komplettlösungen.

Erstes bis drittes Quartal

Das operative Ergebnis ohne Mitarbeiterbeteiligungen und Abschreibungen der Toptier-Akquisition betrug für das erste Dreivierteljahr 2001 858 Millionen Euro (plus 49 Prozent).

Das Lizenzgeschäft wuchs im Berichtszeitraum um elf Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus Beratung und Schulung stiegen um 34 und 20 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro und 349 Millionen Euro. Regional war das Wachstum in der EMEA-Region mit 33 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro am stärksten, gefolgt von Amerika (plus 14 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro) und Asia-Pacific (plus zehn Prozent auf 593 Millionen Euro). Die Produktumsätze von MySAP CRM und SCM betrugen 249 und 351 Millionen Euro und machten damit 16 und 23 Prozent der gesamten Softwareeinnahmen aus.

Prognose deutlich gesenkt

Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 hat SAP nun - nicht unerwartet - seine Wachstumsprognose auf 15 Prozent gesenkt. Die operative Marge werde sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (20 Prozent) bewegen. Begründet wurde die Korrektur mit den "Veränderungen im zeitlichen Ablauf der Softwarekaufentscheidungen". Noch am 20. September hatte SAP verlauten lassen, man peile für das Gesamtjahr unverändert ein Einnahmenplus von mindestens 20 Prozent sowie eine Steigerung der operativen Gewinnmarge auf 21 bis 22 Prozent an (Computerwoche online berichtete).

Außerdem will der Konzern Maßnahmen zur Kostensenkung beschleunigen. Dazu gehöre auch die Anpassung der Zahl der Mitarbeiter sowie der Mitarbeiterstruktur, insbesondere in den USA. Ausgebaut werden sollen dagegen die zuletzt erfolgreichen Segmente wie CRM und SCM.

Die Anleger reagieren empfindlich. Im frühbörslichen Handel gab das SAP-Papier bereits um rund 13 Prozent nach und notierte unter 110 Euro nach einem gestrigen Schlusskurs von 125,60 Euro.