Personalabbau

SAP beginnt mit Entlassungen

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Am Standort in Palo Alto hat SAP eine nicht genannte Anzahl an Mitarbeitern freigesetzt. Die Maßnahme ist Teil eines angekündigten Personalabbauprogramms, dem 3000 Stellen zum Opfer fallen sollen.

In Palo Alto unterhält SAP ein Entwicklungslabor. Nun mussten dort einige Mitarbeiter gehen. Erste Meldungen darüber kursierten vergangene Woche über den Messaging-Service "Twitter". Inzwischen hat SAP die Maßnahmen in der US-amerikanischen Niederlassung bestätigt. "Die Entlassungen zielten nicht auf bestimmte Positionen oder Geschäftsbereiche ab", so ein Sprecher des Softwarekonzerns in den USA.

Anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Januar hatte SAP angekündigt, bis Ende 2009 die Belegschaft weltweit um 3000 Stellen auf 48.500 zu reduzieren, und zwar "unter konsequenter Ausnutzung der natürlichen Fluktuation" (siehe "SAP streicht Stellen"). Offenbar reicht dies nun nicht mehr aus. Im Februar sickerte durch, dass SAP auch durch Aufhebungsverträge Arbeitsplätze abbauen will (siehe "SAP will Personalmaßnahmen auch mit Aufhebungsverträgen umsetzen").

Ein von den Entlassungen betroffener Solution Engineer, der anonym bleiben will, verriet, die Personalmaßnahmen kämen nicht überraschend, da die Geschäfte mit Software derzeit alles andere als gut liefen. Um Geld zu sparen, seien Vertriebsleute angehalten worden, sich mit Kunden über Web-Konferenzsysteme auszutauschen, statt sie zu besuchen. Ein umfangreiches Sparprogramm hatte SAP bereits im letzten Jahr eingerichtet (siehe "SAP verordnet Sparmaßnahmen").

Nach Ansicht des entlassenen SAP-Spezialisten leiste sich das Softwarehaus eine allzu umfangreiche Management-Ebene. Zudem seien in besseren Zeiten massenhaft Mitarbeiter eingestellt worden. "Da wurden Leute scharenweise angeheuert." Das soll nicht so bleiben: Léo Apotheker, künftig alleiniger Chef der SAP, hatte Ende 2008 Umstrukturierungen in Aussicht gestellt (siehe auch "SAP will umstrukturieren").

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