CRM

Salesforce kündigt "Lightning Experience" an

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Salesforce hat seine CRM-Plattform mit der modernisierten Oberfläche "Lightning Experience" versehen.

Die Weiterentwicklung ist Teil eines auf mehrere Jahre angelegten "Masterplans" zur Modernisierung der CRM-Software von Salesforce - auch der SaaS-Pionier ist erwachsen geworden und seine Software bereits ein wenig in die Jahre gekommen. 2013 hatte Salesforce zunächst "Salesforce1" angekündigt, mit dem Anwender viele Geschäftsprozesse auch unterwegs am Smartphone erledigen konnten. Im vergangenen Jahr folgten dann die Plattform-Technologien "Lightning App Builder" mit "Lightning Components", um auch Line-of-Business-Nutzern ohne Programmierkenntnisse das Erstellen von Anwendungen zu ermöglichen.

Marc Benioff, Mitgründer und CEO von Salesforce.com
Marc Benioff, Mitgründer und CEO von Salesforce.com
Foto: Salesforce

Heute starten mit der "Lightning Experience" und dem "Lightning Design System" nun die noch fehlenden Bausteine für das Salesforce der nächsten Generation. Mit der Lightning Experience soll Business-Software so ansehnlich und nutzerfreundlich werden wie Consumer-Apps. Das moderne neue Interface - beim Rivalen SAP heißt das Pendant "Fiori" - funktioniert auf Desktop, Tablet und Smartphone und soll dem Nutzer "intelligent" auf jedem Bildschirm möglichst die gerade relevanten Informationen präsentieren.

Salesforce hat sich vier neue Designprinzipien verordnet - Klarheit, Effizienz, Konsistenz und Schönheit. Das Lightning Design System übersetze diese Prinzipien in erweiterbare CSS (Cascading Style Sheets) und soll Entwicklern und Partner Blaupausen an die Hand gebenb, um optisch ansprechende Komponenten so zu bauen, dass sie auf jedem Gerät und Betriebssystem mit Salesforce funktionieren.

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Das "Lightning"-Erlebnis hat Salesforce natürlich auch in seine weiterentwickelte "New Sales Cloud" übernommen. Diese hat nach Angaben des Anbieters mehr als 25 neue Funktionen, dank derer der Vertrieb nun schneller, smarter und flexibler verkaufen soll - darunter Banalitäten wie das Versenden von Office-Dokumenten und PDFs direkt aus Salesforce heraus, aber auch kontextrelevante Zusatzinfos zu wichtigen Kunden ("Account Insights"), ein agiles "Pipeline-Board" mit Drag and Drop von Opportunities entlang des Vetriebszyklus, ein Activity Feed und Chatter-getriebene Collaboration-Tools und ingesamt mehr Möglichkeiten für Anpassungen und Erweiterungen. Mit der "Salesforce Financial Services Cloud" kündigt Salesforce außerdem seine erste Branchenlösung an.

Lightning Experience for Sales Cloud ist ab heute als Preview zu haben und soll im Oktober allgemein verfügbar sein. Bestandskunden können entscheiden, wann sie auf die neue Oberfläche umsteigen wollen (dazu können sie die neue Sales Cloud vor einem kompletten Deployment auch mit einem Teil ihrer Mitarbeiter ausprobieren). Die Lightning Experience unterstützt alle Salesforce-Sprache mit Ausnahme der linksläufigen (RTL-)Sprachen Arabisch und Hebräisch und ist ab Group Edition aufwärts enthalten.

Der Lightning App Builder und Komponenten für Lightning Experience auf dem Desktop sollen im Oktober in die Pilotphase gehen und im ersten Quartal 2016 allgemein verfügbar sein. Alle Admin-Lizenzen für CRM und Force.com ermöglichen den Zugang. Die Financial Services Cloud startet heute als Preview und wird im kommenden Februar allgemein verfügbar, dann wird auch der Preis mitgeteilt.