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SaaS-Anbieter können auf Venture-Capital hoffen

22.12.2006
Obwohl die Kapitalgeber zuletzt weniger Geld in die Softwarebranche steckten, werden sich die Anbieter von Software-Services im kommenden Jahr wohl wachsender Beliebtheit erfreuen.

Den Verantwortlichen der Venture-Capital-Gesellschaften sagt das Geschäftsmodell von Software-as-a-Service-Anbietern (SaaS) offenbar zu. Dieser Bereich biete wesentlich bessere Chancen als das herkömmliche Lizenzgeschäft, meint beispielsweise Jeff Horing, Managing Director von Insight Venture Partners aus New York. Die Umsätze der Anbieter von Mietsoftware könnten wesentlich genauer kalkuliert und vorhergesagt werden. Der Unsicherheitsfaktor sei in diesem Geschäftsfeld deutlich geringer als im Markt für Softwarelizenzen.

Offenbar war den Geldgebern das herkömmliche Softwaregeschäft, das auf dem Verkauf von Lizenzen und dem Kassieren von Wartungsgebühren basiert, zuletzt nicht ganz geheuer. Laut einem Bericht von ProcewaterhouseCoopers und der US-amerikanischen National Venture Capital Association reduzierte sich das Investitionsvolumen in klassische Softwareanbieter zwischen dem zweiten und dritten Quartal dieses Jahres um 19 Prozent. Die Zahl der Deals erreichte einen neuen Tiefpunkt im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren. Nur knapp ein Viertel der Investmentbanker geht dem Bericht zufolge von steigenden Kapitalanlagen in die Softwarebranche aus. Die Zurückhaltung liegt nicht daran, dass die Kapitalgeber ihren Börsen generell geschlossen halten: So bekamen beispielsweise US-Startups zuletzt wieder deutlich mehr Geld (siehe auch: US-Startups bekommen wieder Wagniskapital).

Horing zufolge seien viele Investment-Firmen skeptisch, was die Wachstumsaussichten im Geschäft mit Softwarelizenzen betrifft. "Aus unserer Sicht dürfte es schwierig werden, künftig einen der weltweiten Top-500-Konzerne davon zu überzeugen, sich eine komplexe Software-Suite anzuschaffen."

Auch Warren Weiss, General Partner von Foundation Capital aus Menlo Park, Kalifornien, freundet sich mehr und mehr mit SaaS- und On-Demand-Anbietern an. Anwenderunternehmen würden künftig in geringerem Umfang komplexe Softwarepakete kaufen, die aufwändig zu implementieren seien. SaaS-Angebote würden für viele Firmen zunehmend interessanter, weil sie einfach zu nutzen seien und kaum Implementierungsaufwand mit sich brächten. Aktuell betreut Weiss elf Investments aus dem SaaS-Segment. Alle entwickelten sich seiner Aussage nach positiv. "Wir suchen nach weiteren Möglichkeiten in diesem Bereich", kündigte der Investment-Banker an. (ba)