Leistungsschutzrecht

Rivva verzichtet auf Snippets

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Deutschlands wohl bekanntester Aggregator Rivva zieht die traurigen Konsequenzen aus dem Leistungsschutzrecht, das am 1. August offiziell in Kraft tritt.
Nein, der Monitor ist nicht kaputt - die Snippets auf Rivva verblassen. Und bald sind sie unsichtbar.
Nein, der Monitor ist nicht kaputt - die Snippets auf Rivva verblassen. Und bald sind sie unsichtbar.

Rivva, seit Mai auch Partner von "Sueddeutsche.de", filtert das Social Web nach meist empfohlenen Artikeln und debattierten Themen. Auf Anrisstexte (Snippets) von "circa 650 Lokalzeitungen, Magazine und ihren Blogs" sieht sich Betreiber Frank Westphal nun leider aufgrund der durch das Leistungsschutzrecht entstandenen Rechtsunsicherheit gezwungen zu verzichten, wie er im Rivva-Blog schreibt.

Eine Reihe von Verlagen habe inzwischen zwar in eigener Sache erklärt, dass sie das LSR nicht nutzen würden - dass die Verlinkung ihrer Publikationen unter Übernahme kurzer Textausschnitte weiter willkommen sei, keine vorherige Genehmigung benötigt oder gar in Rechnung gestellt werde. Einige große Namen fehlten jedoch und würden auf rivva.de in Zukunft schwer vermisst.

"Es ist traurig", schreibt Westphal. "Der bürokratische Aufwand, um alle interessanten Quellen einzeln um Erlaubnis zu fragen, sprengt ein Ein-Personen-Projekt. Was fehlt, ist ein maschinenlesbarer Standard."