Tablet-Betriebssystem überarbeitet

RIM veröffentlicht Playbook OS 2.0

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Knapp ein Jahr nach der Vorstellung des Business-Tablets Blackberry Playbook liefert RIM vermisste Funktionen wie native E-Mail nach. Reicht das?
Zweiter Frühling für das Blackberry Playbook?
Zweiter Frühling für das Blackberry Playbook?
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Als der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) den 7-Zöller vor gut elf Monaten vorstellte, stieß sich die Kritik der ersten Produkttests weniger an der Hardware als an der Software des Playbook. So wurde insbesondere bekrittelt, dass bei einem Tablet von einem Unternehmen, das so großen Wert auf seine Push-E-Mail-Lösung legt, ausgerechnet diese Funktionalität fehlt.

Um E-Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben sowie den Blackberry Messenger (BBM) zu nutzen, musste der Anwender den Flachmann erst via Bluetooth mit seinem Blackberry-Smartphone (sofern vorhanden) koppeln. Erst nachdem die beiden Geräte über die Blackberry Bridge eine mit AES256 verschlüsselte Quasi-VPN-Verbindung eingegangen sind, konnte der Nutzer etwa eine auf dem Blackberry empfangene E-Mail auf dem größeren Display bearbeiten und zurückschicken. Dieser Umstand, die geringe Anzahl an Apps und natürlich die Dominanz des Apple iPad zeichneten hauptverantwortlich dafür, dass sich die Verkaufszahlen des Blackberry Playbook selbst nach zahlreichen Preissenkungen in Grenzen hielten.

Anstatt wie HP beim Touchpad den Stecker zu ziehen, versucht RIM nun mit einem Software-Update vermisste Features nachzuliefern: So bietet das ab sofort verfügbare Playbook OS 2.0 eine neue native E-Mail-App mit einheitlichem Posteingang, Apps zur Kontakt- und Kalender-Verwaltung sowie Zuganz zu einem eigenen Video-Store - zunächst allerdings nur in den USA. Zudem lässt sich mit Version 2.0 der BlackBerry-Bridge-App ein gekoppeltes Blackberry-Smartphone als Fernbedienung für das Tablet verwenden. Außerdem wurden mit Facebook und Twitter nun Social-Media-Dienste integriert, der Browser verbessert und ein Datei-Manager sowie Ordner für Apps hinzugefügt.

Wie bereits seit langem angekündigt, können Playbook-Besitzer künftig auf Tausende von Android-Apps in der Blackberry AppWorld zugreifen und dank einer neuen Runtime-Umgebung auf ihrem Tablet nutzen. Last, but not least verbesserte RIM die virtuelle Tastatur, diese erhielt Autokorrektur und prädiktive Texteingabe.

Zusammen mit dem Update von Playbook OS stellt RIM auch ein erstes Release seiner Device-Management-Lösung "Mobile Fusion" zur Verwaltung von Blackberry-Tablets und Smartphones bereit. Die vollständige Lösung mit Unterstützung von iOS- und Android-Geräte soll Ende März freigegeben werden.