Blackberry-Anbieter

RIM prüft Rolle der Co-CEOs im Verwaltungsrat

04.07.2011
Der mit Problemen kämpfende Blackberry-Anbieter Research in Motion (RIM) gibt einer Aktionärsrevolte nach.

Eine Kommission soll prüfen, ob es sinnvoll ist, dass die beiden Co-Chefs Jim Balsillie und Michael Lazaridis auch den Vorsitz im Verwaltungsrat haben, teilte RIM am Donnerstag (Ortszeit) mit.

RIM-Zentrale in Waterloo, Kanada
RIM-Zentrale in Waterloo, Kanada
Foto: RIM

Der RIM-Anteilseigner NEI Investment hatte in einem Antrag für die Hauptversammlung im Juli die Trennung der beiden Rollen gefordert und war damit auch auf Zustimmung bei anderen Aktionären gestoßen. Mit dem Kompromiss mit der RIM-Führung zog NEI den Antrag zurück. Das RIM-Management vermeidet damit einen möglicherweise peinlichen Ausgang des Aktionärstreffens am 12. Juli und erkauft sich Zeit: Die Kommission soll ihre Überlegungen erst zum 30. Januar 2012 vorlegen.

RIM, ein Pionier des Smartphone-Geschäfts, macht gerade eine schwere Zeit durch. Die Blackberrys verkaufen sich nicht so gut wie Apples iPhones und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. RIM will die Zukunft mit einer schrittweisen Umstellung der Blackberry-Plattform auf das Betriebssystem QNX sichern. Aktuell sind aber Marktanteile, Gewinne und Aktienkurs unter Druck. Entsprechend regt sich Unzufriedenheit bei den Aktionären. RIM brauchte auch noch lange, um sein Tablet Playbook auf den Markt zu bringen, zudem bescheinigten Experten dem Gerät diverse Mängel. Vor rund zwei Wochen kündigte der kanadische Konzern nach einem Gewinneinbruch einen Stellenabbau an.

Zuletzt goss ein anonymer offener Brief zusätzlich Öl ins Feuer, in dem unter anderem ein Rücktritt von Balsillie und Lazaridis gefordert wurde. Das Blog "Boy Genius Report" veröffentlichte den Text und konnte nach eigenen Angaben auch bestätigen, dass er von einem ranghohen RIM-Manager stammt. Der Konzern sah sich genötigt, auf den Brief im Firmenblog zu reagieren und versicherte, dass die Firmenspitze "aggressiv" die aktuellen Herausforderungen und Chancen angehe. (dpa/tc)