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Ricardo wechselt zu Payback - Webmiles guckt in die Röhre

16.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Online-Auktionshaus Ricardo hat seine Zusammenarbeit mit dem Münchner Dotcom-Unternehmen Webmiles, Anbieter eines Internet-basierten Rabattmarkensystems, beendet. Stattdessen kooperiert der Auktionator mit der ebenfalls in München ansässigen Loyality Partner GmbH, die mehrheitlich von einer Lufthansa-Tochter sowie der Metro AG betrieben wird. Der Grund für den Wechsel zu deren Bonussystem "Payback" habe darin gelegen, dass Kunden hierbei auch offline Rabattpunkte sammeln könnten, so eine Ricardo-Sprecherin.

Da der Web-Handel bislang zu geringe Umsätze erwirtschaftet, um allen Anbietern ein Auskommen zu sichern, rechnen Beobachter mit einer baldigen Konsolidierung unter den Internet-Firmen, die von der alten Rabattmarkenidee profitieren wollen. Die besten Chancen werden Unternehmen eingeräumt, denen es gelingt, auch in der Old Economy Fuß zu fassen.

Die Webmiles AG, an der Bertelsmann seit Oktober 2000 eine 70-prozentige Beteiligung hält, ist bisher hauptsächlich im Internet aktiv. Gegen Ende des vergangenen Jahres schloss das Unternehmen seine Niederlassungen in Schweden und den Niederlanden, die beide erst acht Monate zuvor eröffnet worden waren. Nach Angaben von Mebmiles-Vorstand Patrick Boos schied Mitbegründerin Loretta Würtenberger im Dezember 2000 aus "privaten Gründen" aus der Firma aus.