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RIAA erreicht ersten Vergleich mit P2P-Sünderin

11.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Musikliebhabern, die Titel kostenlos über das Internet offerieren, drohen hohe Strafen. Das musste eine Schülerin aus Los Angeles erfahren, die mehr als 1000 Musiktitel unter anderem von der Popsängerin Madonna über die Tauschbörse Kazaa anbot. Der US-Musikverband RIAA- verlangte von dem Mädchen als Schadensersatz im Rahmen eines Vergleichs 2000 US-Dollar. Zudem musste es versprechen, Musik nicht mehr illegal downzuloaden. Dies war der erste Vergleich, den der Verband der US-Musikindustrie im Streit um illegale Musik-Downloads geschlossen hat.

Mittlerweile läuft gegen die RIAA eine Klage wegen des Amnestie-Angebotes. Das Versprechen einer umfassenden Straffreiheit, heißt es da, sei nämlich irreführend. Die Erklärung eines Betroffenen komme einem Schuldgeständnis gleich und könne somit leicht von Dritten für eine Klage verwendet werden.

Die RIAA will in großem Stil gegen Raubkopien vorgehen. Die erste Klagewelle erfasste 261 Nutzer. Mehrere Tausend Klagen gegen Privatpersonen sollen folgen. Sie betreffen nach Angaben zunächst nur Personen, die Musiktitel auf ihren Computern für andere Internet-Nutzer zugänglich gemacht haben. Wer lediglich Musik heruntergeladen hat, ist bislang noch außen vor. Den Beschuldigten drohen immerhin Strafen bis zu 150 000 US-Dollar. (lo)