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Red Hat rechnet mit höherem Gewinn

16.06.2004

Um die Bedenken der Anleger nach dem Rücktritt seines Finanzchefs zu zerstreuen, gab Red Hat am Dienstag einige vorläufige Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2004/05 bekannt. Der US-amerikanische Linux-Distributor rechnet für den Ende Mai abgelaufenen Dreimonatszeitraum mit einem Nettoprofit von mehr als zehn Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie. Damit könnte das Unternehmen aus Raleigh, North Carolina, die Gewinnerwartungen der Analysten leicht übertreffen. Diese hatten laut Umfrage von Thomson First Call im Schnitt bislang nur einen Überschuss von vier Cent je Anteilschein erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Red Hat einen Profit von 1,5 Millionen Dollar oder einen Cent pro Anteil ausgewiesen.

Eine Umsatzprognose gab Red Hat nicht ab. Hier erwartete die Wall Street bis dato 43 Millionen Dollar. Der führende Linux-Distributor erklärte lediglich, er habe im Berichtszeitraum insgesamt 98.000 Abo-Verträge abgeschlossen, davon 75.000 mit Unternehmenskunden. Diese Zahl liegt deutlich über den von Red Hat anvisierten 61.000 Neuabschlüssen im Enterprise-Geschäft. Die endgültigen Quartalszahlen will das Unternehmen am Donnerstag bekannt geben.

Red Hat hatte am Montag überraschend den Rücktritt seines Chief Financial Officer (CFO) Kevin Thompson bekannt gegeben. Laut Mitteilung verlässt der 38-Jährige das Unternehmen nach knapp vier Jahren, um andere Interessen zu verfolgen und um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Der 38-Jährige werde jedoch noch so lange bei Red Hat bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist, so die Linux-Firma weiter (Computerwoche.de berichtete).

Trotz der positiven Zahlen brach der Kurs der Red-Hat-Aktie am gestrigen Dienstag weiter ein. Nach der Bekanntgabe der Personalie hatte sich die Aktie am Montag nach Börsenschluss bereits um mehr als zwölf Prozent verbilligt. (mb)