Open Source SOA

Red Hat erweitert JBoss Enterprise SOA Platform

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Der Linux-Spezialist Red Hat verstärkt seine Bemühungen im Markt für Service-orientierte Architekturen (SOA).

Auf Basis der mit JBoss übernommenen Middleware-Produkte hat Red Hat die "JBoss Enterprise SOA Platform 4.3" und die Management-Suite "JBoss Operations Network 2.1" zusammengestellt. Mit der SOA-Plattform sollen Kunden sowohl kleinere als auch unternehmensweite Integrationsprojekte im Rahmen einer SOA stemmen können. Der Anbieter von Red Hat Enterprise Linux greift dabei auf mehrere etablierte Open-Source-Projekte zurück, darunter JBoss ESB, JBoss jBPM, und JBoss Rules.

Die Plattform ermögliche es, Services in einer SOA zu integrieren und diese zu automatisierbaren Prozessen zu orchestrieren, warb Pierre Fricke, Manager von Red Hats SOA Produkt-Management für das Paket: "Im Grunde handelt es sich um eine SOA-Integrationsplattform, die ihrerseits auf einer SOA basiert." Zum Lieferumfang der Version 4.3 gehören mächtige ESB-Funktionen (ESB = Enterprise Service Bus), die beispielsweise ein Security-Modell zur Verfügung zur stellen und Web-Services besser integrieren sollen. Red Hat betont auch die Unterstützung weiterer Skriptsprachen wie Jython, JRuby und BeanShell, die es Entwicklern ohne Java-Kenntnisse ermöglichten, Services für die SOA zu programmieren.

Verwalten lässt sich die SOA-Plattform über das JBoss Operations Network 2.1. Die Software bietet unter anderem Funktionen für das Patch-Management und das Monitoring der diversen SOA-Komponenten. Über eine zentrale Konsole können Administratoren sowohl existierende Systeme steuern als auch zusätzliche Produkte aus der Familie JBoss Enterprise Middleware installieren und aktualisieren.

Nach der Übernahme von JBoss positioniert sich die als Linux-Distributor gestartete Softwareschmiede Red Hat zunehmend auch als Anbieter von Middleware- und Integrationsprodukten. Die JBoss Enterprise SOA Platform erweitert das Portfolio des Open-Source-Anbieters um einen kompletten Softwarestack für Service-orientierte Architekturen (SOA). Das Paket nutzt dazu neben SOA-Techniken auch solche für Enterprise Application Integration (EAI), Business-Process-Management (BPM), Rules Management sowie Event-Driven Architecture (EDA).

Mehr zum Thema Service-orientierte Architekturen und Geschäftsprozess-Management finden Sie im CW-Experten-Blog SOA meets BPM.