Virtualisierungs-Ticker

RDP 7.0 für XP/Vista, quelloffener virtueller Switch von Citrix, Redhat paravirtualisiert Windows, App-V 4.6 unterstützt 64-Bit-Anwendungen

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Microsoft kündigte die Portierung von RDP 7.0 auf Windows XP sowie Vista an und veröffentlichte die Betaversion von App-V 4.6, das nun auch 64-Bit-Programme virtualisieren kann. Citrix nennt Einzelheiten zum geplanten Open-Source-vSwitch und Redhat verbessert die Windows-Ausführung unter KVM.
  • Entgegen der ursprünglichen Absicht portiert Microsoft nun doch die Client-Software für die aktuellen Remote Desktop Services (RDS) auf XP und Vista. Als wesentliche Verbesserungen von RDP 7.0 gelten die Umleitung von Video und Audio zur lokalen Ausführung auf dem Client ("Multimedia Redirection") sowie die Unterstützung für mehrere Monitore. Die Software soll laut RDS-Teamblog weitgehend funktionsäquivalent mit jener in Windows 7 sein und im vierten Quartal erscheinen.

  • Microsoft veröffentlichte die Betaversion von App-V 4.6. Es handelt sich dabei um eine Software zur Anwendungsvirtualisierung, die ursprünglich von Softricity unter der Bezeichnung "Softgrid" entwickelt wurde. Zu den wesentlichsten Neuerungen zählt, dass die Ablaufumgebung auch für 64-Bit-Versionen von Windows zur Verfügung steht. Sie kann zudem auch 64-Bit-Applikationen via Streaming an den Client senden. App-V 4.6 soll im ersten Halbjahr 2010 auf den Markt kommen und wird wie bisher nur als Teil des "Desktop Optimization Pack" (MDOP) im Rahmen einer Software Assurance angeboten.

  • Mit der Akquisition von SpringSource dehnt VMware seine Infrastruktur bis zur Applikationsebene aus. Bisher kümmerte sich VMware vornehmlich um die Hardwareabstraktion und behandelte nach eigener Aussage die in virtuellen Maschinen ablaufenden Betriebssysteme als Black Box. Mit Hilfe von SpringSource möchte VMware Entwickler dafür gewinnen, Anwendungen für virtuelle Infrastrukturen zu schreiben und deren Fähigkeiten auszuschöpfen. CTO Steve Herrod beschreibt auf seinem Weblog ausführlich die Hintergründe und Ziele der Übernahme, die Burton-Analysten Chris Haddad und Chris Wolf kommentieren diese ebenfalls ausführlich.

  • Red Hat entwickelt seit der Übernahme von Qumranet vor einem Jahr eine eigene Virtualisierungsplattform auf Basis von Linux und KVM. Dabei ist eine gute Unterstützung von Windows als Gastsystem von zentraler Bedeutung. Mit der Freigabe von Treibern zur Paravirtualisierung des Microsoft-Systemes vollzieht das Unternehmen nun einen wesentlichen Schritt. Sie beschleunigen unter KVM den Zugriff von Windows auf das Netzwerk und Speichersysteme. Die freie Software unterliegt der GPL.

  • Citrix hatte bereits vor einiger Zeit Pläne für die Entwicklung eines virtuellen Switches verlautbart. Nun nimmt das Vorhaben in Form des Open-Source-Projekts "Open Switch" konkrete Formen an. Explizites Ziel ist die Entwicklung einer Software nach dem Vorbild von VMwares "Distributed Switch" oder dem Cisco Nexus 1000v. Sie regelt die Kommunikation zwischen virtuellen Maschinen so wie das ein Hardware-Switch für physikalische Rechner tut.