Unsachliche Angriffe abwehren

Ratschläge für eine erfolgreiche Gesprächsführung

19.02.2014 | von Renate Oettinger (Autor) 
Dr. Renate Oettinger
ist freie Journalistin, Autorin und Textredakteurin. Sie arbeitet für große und mittelständische Unternehmen sowie für Fachverlage.  

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Greifen andere Sie in Meetings und Besprechungen an? Mit ein paar einfachen Regeln meistern Sie solche Situationen.

Persönliche Angriffe in Besprechungen können auf direkte Art und Weise geschehen, aber auch in gezielten Provokationen und Sticheleien versteckt sein. Gehen Sie in solchen Situationen richtig vor:

Woran erkennen Sie persönliche Attacken?

Nicht jede persönliche Attacke kommt so laut daher. Wehren Sie sich auch gegen die kleinen Provokationen.
Nicht jede persönliche Attacke kommt so laut daher. Wehren Sie sich auch gegen die kleinen Provokationen.
Foto: klickerminth, Fotolia.com

Unsachliche Angriffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie Ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Schwächen nutzen. Beispiele dafür sind Kommentare zu Ihrer Verspätung: "Ach, Sie sind auch schon da?", zu Ihrem Problem, sich schriftlich gut auszudrücken: "Das haben Sie aber wieder gut ausgedrückt!" oder zu Ihrer Schwäche dem Rauchen gegenüber: "Das Nikotin steht dir gut!". Mit diesen Bemerkungen will man Ihnen eins auszuwischen, Sie persönlich herabsetzen.

Parieren Sie den Angriff

Nichts wäre unsinniger, als die Beleidigung zu schlucken, die Bemerkung zu übergehen oder Ihrem Ärger freien Lauf zu lassen. Drehen Sie stattdessen den Spieß um und kontern Sie. Falls Sie einen Fehler gemacht haben: Entschuldigen Sie sich mit knappen, einfachen Worten. Das wirkt souverän, zeigt dem Angreifer, dass Sie sich auf die Provokation nicht einlassen, und nimmt ihm den Wind aus den Segeln. Parieren Sie beispielsweise die Bemerkung: "Ach, Sie sind auch schon da?" mit der Antwort: "Ja, schön, dass Sie auf mich gewartet haben!"

Vermeiden Sie Rechtfertigungen und Selbstbezichtigungen

Wer wie ein kleines Kind, das etwas "ausgefressen" hat, dasteht und schuldbewusst dreinschaut, lädt zu weiteren Angriffen ein. Verzichten Sie auf Selbstanklagen wie: "Oh, das ist unverzeihlich, wie konnte mir das nur passieren!", das wirkt peinlich und schadet Ihrem Image als Führungskraft. Betrachten Sie die Kritik, die man gegen Sie vorbringt, nüchtern und sagen Sie, falls Sie einen Fehler gemacht haben: "Das ist leider schiefgelaufen, aber es ist keine Katastrophe, das Problem kann man lösen." Wenn Sie Situation ein wenig Humor verträgt, passt auch die Bemerkung: "Da sieht man mal wieder, sogar ich mache Fehler!"

Machen Sie den Angriff als solchen zum Thema.

Fordern Sie den Angreifer auf, seine Vorwürfe näher zu erläutern. Falls die Attacke unfair und beleidigend war, sagen Sie Ihrem Gegenüber in aller Deutlichkeit, dass er zu weit gegangen ist, und fordern Sie eine Entschuldigung. Sie können auch den Vorwurf umgehend zurückgeben: "Herr XX, man soll nicht von sich auf andere schließen!" oder dem anderen lächelnd recht geben und ihm dadurch zeigen, dass Sie auf seine Meinung keinen Wert legen.

Also: Lassen Sie sich nicht in die Defensive treiben. Akzeptieren Sie sachliche Kritik, aber weisen Sie unsachliche Angriffe unmissverständlich und konsequent zurück.

Kontakt:

Dr. Renate Oettinger, Freie Jorunalstin und Texterin
www.text-text-text.de

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