Japanischer Online-Händler

Rakuten kauft OTT-Messenger Viber

14.02.2014
Die Kommunikations-App Viber mit rund 300 Millionen Nutzern wird vom japanischen Online-Händler Rakuten übernommen.

Der Preis liegt bei 900 Millionen Dollar, wie Rakuten mitteilte. Viber bietet Internet-Telefonie und einen Messaging-Dienst an. Der Dienst wurde laut Wikipedia von Talmon Marco gegründet. Er war vier Jahre in der israelischen Armee und schloss sein Studium an der Universität Tel Aviv in Informatik und Management ab.

Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani (l.) und Viber-Chef Talmon Marco besiegeln die Übernahme
Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani (l.) und Viber-Chef Talmon Marco besiegeln die Übernahme
Foto: Rakuten

Viber steht wegen seines schlechten Datenschutzes in der Kritik. Viber sammelt Daten in erheblichen Mengen, die bei Weitem über das übliche Maß anderer VoIP-Anbieter hinausgehen (zum Beispiel Skype), und zwar sowohl von Nutzern als auch von Nicht-Nutzern des Dienstes. Viele dieser Daten werden ohne die Zustimmung und ohne das Wissen der jeweils betroffenen Personen gespeichert und verstoßen somit gegen europäisches Datenschutzrecht.

Viber hält sich mit Details zu dem Unternehmen sehr bedeckt. Es ist nicht einmal klar zu ermitteln, wem das Unternehmen gehört und in welchem Land es seinen Geschäftssitz hat. Somit ist unklar, wo und gegebenenfalls zu welchem Zweck die erhobenen Daten gespeichert werden beziehungsweise in wessen Hände sie gelangen.

Rakuten-Chef Hiroshi Mikitani folgt mit der Übernahme dem Weg der Handelsplattform Ebay, die 2005 den Online-Kommunikationsdienst Skype kaufte. Allerdings erfüllten sich die Hoffnungen auf Synergie-Effekte dort nicht und Ebay verkaufte Skype 2011 an Microsoft weiter. (dpa/tc)