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Qwest korrigiert erneut die Bilanzen

12.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Carrier Qwest Communications will nach einer erneuten internen Buchprüfung die Umsätze der Jahre 2000 und 2001 um zusätzliche 357 Millionen Dollar nach unten korrigieren. Damit erhöht sich der Bilanzierungsfehler nun auf 2,21 Milliarden Dollar. Bislang war Qwest für 2000 und 2001 von 1,86 Milliarden Dollar zu viel Umsatz ausgegangen. Das skandalumwitterte Unternehmen hatte bereits im November vergangenen Jahres auf weitere Unregelmäßigkeiten hingewiesen (Computerwoche online berichtete), nannte damals aber keine Details.

Laut Qwest trat der Großteil der Falschbuchungen mit 148 Millionen Dollar vor zwei Jahren im Rahmen einer Transaktion mit KMC Telecom Holdings auf. In dem Deal verkaufte Qwest TK-Ausrüstung an die nichtbörsennotierte Company und erklärte sich zum Ausgleich bereit, Internet-Dienste im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich räumte der Carrier ein, er habe seinen Kunden in den beiden betroffenen Jahren 43 Millionen Dollar zuviel in Rechnung gestellt und 152 Millionen Dollar zu früh verbucht.

Das finanziell stark angeschlagene Unternehmen machte keine Angaben darüber, in welchem Umfang sich die Korrekturen auf die Nettoergebnisse der betroffenen Zeiträume auswirken werden. Auf einer "Adjusted-EBITDA"-Basis soll das Ergebnis jedoch um 597 Millionen Dollar sinken. Dieses Ergebnis schließt laut Qwest neben Zinsen, Steuern und Abschreibungen auch eine Reihe von Einmaleffekten aus, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben. Der Carrier wies zur weiteren Verwirrung darauf hin, dass seine Verwendung des Begriffs nicht unbedingt mit der anderer Unternehmen vergleichbar sei. Bislang war Qwest von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar zu hohen Ergebnissen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ausgegangen. (mb)