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Quantique zeigt Photonen-Verschlüsselung

31.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der schweizerische Hersteller Quantique, ein Spin-off der Universität Genf, hat das nach eigenen Angaben erste kommerzielle Verschlüsselungssystem auf Basis von quantenphysikalischen Effekten vorgestellt. Es besteht aus zwei Boxen, die durch ein Glasfaserkabel miteinander verbunden sind und über USB (Universal Serial Bus) an PCs angeschlossen werden. Die Geräte enthalten Laser zur Erzeugung von Photonen, Sensoren und Kühlkomponenten. Dabei werden Schlüssel durch den Beschuss halbdurchlässiger Spiegel mit Photonen erzeugt. Anschließend werden sie durch die Glasfaser an die Gegenstelle geschickt und dort durch Sensoren abgegriffen. Auf diese Weise entstehen zufällige Bit-Folgen, deren Algorithmen sich nicht nachvollziehen lassen, verspricht der Hersteller. Deswegen seien die Schlüssel absolut unknackbar und während der

Übertragung vor Spionage geschützt. Dagegen seien mit herkömmlichen Generatoren produzierte Schlüssel angreifbar, da die Geräte zur Bildung der Algorithmen Komponenten wie die Systemuhr des Rechners heranziehen.

In Tests ist es gelungen, die Photonen-Schlüssel via Glasfaserkabel mit einer Tranferrate von 60 Bit/s von Genf in das rund 60 Kilometer entfernte Lausanne zu schicken. Bei kürzeren Distanzen sollen aber Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1000 Bit/s möglich sein. (lex)