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PTC-Übernahme: Telekom erhält für 1,1 Milliarden Euro den Zuschlag

15.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach langen Verhandlungen gelang es der Deutschen Telekom, mit ihren PTC-Mitgesellschaftern eine Grundsatzvereinbarung über die vollständige Übernahme des polnischen Mobilfunkanbieters abzuschließen. Wie der Bonner TK-Konzern am gestrigen Sonntagabend mitteilte, sind Vivendi Universal, Elektrim und der Investment-Fonds Ymer SA nun bereit, ihre indirekte 51-prozentige PTC-Beteiligung zu verkaufen. Allerdings musste die Telekom dazu nun ihr Angebot um zehn Prozent auf 1,1 Milliarden Euro aufstocken.

Der magentafarbene TK-Riese hält bislang 49 Prozent an PTC und wollte das profitabel wirtschaftende Unternehmen für rund eine Milliarde Euro vollständig übernehmen. Am vergangenen Freitag war jedoch die zweite Angebotsfrist ungenutzt verstrichen, da Elektrim die Offerte als zu niedrig erachtete. Der Versorgungskonzern wollte bei dem Geschäft mindestens 450 Millionen Euro erlösen, um eine im Jahr 2005 fällige Anleihe zu bedienen (Computerwoche online berichtete).

Der Aufpreis von 100 Millionen Euro sorgte nun offenbar zu einer Meinungsänderung: Laut Telekom erhält Vivendi von den 1,1 Milliarden Euro in bar 691 Millionen. Elektrim erlöst 400 Millionen Euro, die verbleibenden neun Millionen Euro gehen an Ymer, das den kontrollierenden Anteil an PTC hält. Eine endgültige Einigung soll bis zum kommenden Freitag erreicht werden. Die Transaktion selbst wollen die Beteiligten in der ersten Januarwoche 2004 abschließen.

PTC ist der größte Mobilfunknetzbetreiber in Osteuropa und arbeitet profitabel. Der Telekom zufolge erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2002 bei 1,3 Milliarden Umsatz einen Nettogewinn von 90 Millionen Euro. (mb)