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Privatisierung von Telecom Italia abgeschlossen

11.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die frühere staatliche italienische Telefongesellschaft Telecom Italia wird endgültig privatisiert. Zu diesem Schritt entschloss sich die Regierung in Rom, die am Montag mit einer entsprechenden Ankündigung die Finanzmärkte überrascht hatte. Demnach wird der noch verbliebene staatliche Anteil von 3,5 Prozent (rund 182 Millionen Aktien) an die Börse gebracht. Der Preis pro Aktie wurde nach Angaben der „Financial Times Deutschland“ im bis einschließlich morgen laufenden Bookbuilding-Verfahren auf 7,50 Euro beziffert. Konsortialführer der Transaktion ist die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley.

Mit dem Verkauf der Aktien sei die 1997 begonnene Privatisierung des Unternehmens a abgeschlossen, teilte das italienische Schatzministerium mit. Allerdings behält sich der italienische Staat auch weiterhin ein Vetorecht im Form einer so genannten Goldenen Aktie vor. Im Frühjahr 1999 hatte die Regierung in Rom von dieser Bestimmung bereits einmal Gebrauch gemacht, als sich der damalige Schatzminister Vincenzo Visco gegen eine mögliche Fusion des italienischen Ex-Monopolisten mit der Deutschen Telekom ausgesprochen hatte. „Unsere Telecom Italia kann nicht von einem deutschen Staatsunternehmen gekauft werden“, verwies der Politiker seinerzeit auf die Tatsache, dass die Deutsche Telekom mehrheitlich noch im Besitz des Bundes und damit politischen Interessen und Zwängen ausgesetzt ist. (gh)