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Privat gesurft? Zur Kasse bitte!

02.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Angestellte, die den Internet-Zugang am Arbeitsplatz für private Zwecke nutzen, könnten künftig zur Kasse gebeten werden - zumindest nach den Vorstellungen des australischen Netzausrüsters Exinda Networks. Das Unternehmen hat ein Monitoring-System vorgestellt, mit dem sich ermitteln lässt, wie viel Bandbreite die einzelnen Clients benötigen und welche Web-Angebote sie aufrufen.

Das System sieht weitere Kontrollmechanismen vor. So kann laut Exinda-Chef Con Nikolouzakis einzelnen Nutzern der Zugang zu bestimmten Websites verwehrt werden. Außerdem lässt sich die Bandbreite clientbezogen limitieren. Neu ist diese Technik nicht, so hat zum Beispiel Computer Associates vergleichbare Software im Portfolio.

Nikolouzakis zufolge sollen Mitarbeiter für die Kosten missbräuchlich genutzter Netz-Ressourcen verantwortlich gemacht werden. Dabei sei es noch zu tolerieren, wenn Kollegen in der Pause Überweisungen per Online-Banking erledigen, oder Konzertkarten im Web bestellen. Wer jedoch Software herunterlade - womöglich Raubkopien - oder andere private Interessen verfolge, werde durch das System aufgefordert, eine Erklärung abzugeben und die Kosten der genutzten Bandbreite zu begleichen.

Experten zufolge ist es jedoch keine gute Idee, die private Web-Nutzung im Unternehmen in Rechnung zu stellen. Zum einem seien die Ressourcen relativ billig, sagte James Turner, Analyst für Security und Services bei Frost & Sullivan, zum anderen demotiviere eine solche Maßnahme die Mitarbeiter. Besser sei es, gemeinsam mit der Belegschaft Richtlinien zur Internet-Nutzung im Unternehmen aufzustellen und auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu setzen. (lex)