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Priceline entlässt 87 Mitarbeiter, verliert Finanzchefin

03.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Preisagentur Priceline.com erfüllte mit ihrem dritten Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten, gab jedoch die Entlassung von 16 Prozent ihrer Mitarbeiter sowie den Rücktritt der Finanzchefin Heidi Miller bekannt. Das Unternehmen hatte die 47-jährige Managerin erst im Februar von der Citigroup abgeworben. Miller begründete ihren Ausstieg damit, ihre Hoffnungen auf ein Wachstum der Firma hätten sich nicht erfüllt: "Ich war enttäuscht." Neuer Chief Financial Officer (CFO) wird Bob Mylod, bislang Senior Vice President für Finanzen. Mit Miller geht auch der Chef der Abteilung Investor Relations, William Pike.

Die Internet-Company, die für ihr "Name-your-own-price"-Verkaufssystem bekannt geworden ist, meldete im dritten Geschäftsquartal einen Umsatz von 341,3 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrugen die Einnahmen 152,2 Millionen Dollar. Der Nettoverlust stieg um knapp 95 Prozent von 102,2 auf 199,1 Millionen Dollar. Enthalten sind unter anderem eine einmalige Aufwendung von 189 Millionen Dollar für die Schließung seines Online-Shops für Lebensmittel und Benzin (Computerwoche online berichtete). Das operative Defizit von Priceline belief sich auf 2,2 Millionen Dollar oder ein Cent je Aktie und lag im Rahmen der Analystenerwartungen.

Priceline teilte mit, die Entlassung von 87 seiner 535 Angestellten werde zusätzliche finanzielle Aufwendungen im vierten Quartal zur Folge haben. Zudem soll der Umsatz im letzten Vierteljahr hinter den Erwartungen zurückbleiben, hieß es. Damit ist unklar, ob das Unternehmen wie geplant noch in diesem Jahr den Breakeven erreichen wird.

Die Aktie von Priceline, die noch im März einen Wert von 80 bis 100 Dollar besaß, sank im nachbörslichen Handel von 6,84 auf 5,19 Dollar.