Kleiner Helfer

Postbox - ein unternehmenstauglicher E-Mail-Client

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Einen komfortablen Mail-Client für diverse Mail-Dienste und reichlich Zusatzfunktionen bietet "Postbox".

Der E-Mail-Client Postbox ist eigentlich keine komplette Eigenentwicklung des Postbox-Teams. Die Firma macht sich den Open-Source-Gedanken zunutze - unter der Oberfläche arbeitet Technik von Mozilla, bekannt durch den Browser Firefox sowie den E-Mail-Client Thunderbird. Dabei ist Postbox alles andere als eine billige Kopie. Das Team hinter der Software hat zahlreiche praktische Zusatzfunktionen integriert, das Programm selbst besticht durch eine gut organisierte und aufgeräumte Oberfläche.

Einrichten des Mail-Kontos

Der Mail-Client von Postbox.
Der Mail-Client von Postbox.

Das erklärte Ziel von Postbox ist es, dem Nutzer den Umgang mit E-Mails so einfach wie möglich zu machen. Das zeigt sich bereits bei der Einrichtung eines neuen Mail-Kontos: Postbox versucht, die passenden Einstellungen automatisch auszufüllen. Dazu müssen lediglich die E-Mail-Adresse und das dazugehörige Passwort angegeben werden. Für die meisten Webmailer kann Postbox die Server-Daten automatisch eintragen. Zusätzlich ist das Programm auf Sicherheit bedacht: Im Test wählte es verschlüsselte Übertragungen für IMAP/POP3 und SMTP, wo diese angeboten wurden. Sollten die Server-Daten nicht erkannt werden, lassen sie sich vom Nutzer manuell eintragen. Leider unterstützt Postbox lediglich IMAP und POP, Protokolle wie Exchange oder Lotus Domino sind nicht enthalten.

Hat man Zugriff auf seine E-Mails, werden diese übersichtlich im Client angezeigt. Das Interface ist klassisch in drei Bereiche aufgeteilt. In einer Leiste auf der linken Seite finden sich die Informationen zu Konten, Ordnern und bevorzugten Themen. Letzeres dient der Ordnung, denn alle E-Mails lassen sich mit Schlagwörtern (etwa Arbeit oder Privat) versehen, um die Nachrichten einfach zu kategorisieren. Der restliche Programmbereich ist horizontal geteilt, im oberen Teil sind sämtliche E-Mails zu sehen, darunter sitzt das Vorschaufenster.

Analyse inbegriffen

Postbox zeigt neue Mails nicht nur stumpf an, sondern kann den Inhalt analysieren. Neben dem Absender listet das Programm in einer Seitenleiste alle erkannten Anhänge, Bilder, Links und Adressen auf, die in einer Nachricht enthalten sind. Mit einem Klick kann man sich außerdem alle kürzlich mit dem jeweiligen Kontakt ausgetauschten E-Mails anzeigen lassen. Dazu setzt Postbox auf eine eigene Such-Engine, die überraschend gut und schnell funktioniert. Diese Suche ist auch möglich, wenn eine neue Nachricht erstellt wird: Während der Eingabe kann man nach einer Datei, einem Link, einem Kontakt, einem Bild oder einer Signatur suchen, ohne das eigentliche Fenster verlassen zu müssen.

Add-on-Erweiterungen möglich

Das Programm öffnet E-Mails nicht in einem separaten Fenster, sondern nutzt das Tab-Prinzip moderner Browser, um die Nachrichten nebeneinander darzustellen. Postbox erkennt außerdem Konversationen, also inhaltlich zusammenhängende Nachrichten.

Die Thunderbird-Grundlage sorgt für ein weiteres Highlight. Wie der Mozilla-E-Mail-Client kann auch Postbox mit zusätzlichen Add-ons erweitert werden. So sorgt die Erweiterung "Enigmail" beispielsweise für PGP-Verschlüsselung, "Lightning" erweitert den Mail-Client um einen Kalender.

Postbox ist nicht kostenlos, die Entwickler verlangen etwa 10 Dollar für eine einzelne Lizenz. Firmen können einen zusätzlichen Mengenrabatt erhalten. Vor dem Kauf kann die Software 30 Tage lang getestet werden. Grundsätzlich ist die Software englisch, es gibt aber eine Sprachdatei, die das Programm eindeutscht.

CW-Fazit

Postbox ist zwar nicht kostenlos, allerdings ist der E-Mail-Client den relativ geringen Preis wert. Vor allem die schnelle Suchfunktion, das übersichtliche Layout und der schnelle Zugriff auf Links oder Anhänge in E-Mails sind überzeugend. Hinzu kommt das Erweiterungspotenzial, so dass sich Postbox an nahezu alle Anforderungen anpassen lässt.