Millionenschaden in Österreich

Pappe statt iPad verkauft

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Besonders dreist ist ein Betrüger in Österreich vorgegangen: Er verkaufte 4.000 angebliche iPads, doch die Kartons waren nur mit Pappstücken gefüllt.

In Wien steht derzeit ein Gauner vor Gericht, der im großen Stil gefälschte Software und nur mit Pappe gefüllte iPad-Verpackungen verkauft hat. Wie das österreichische Portal Futurzone.at berichtet, soll dabei ein Schaden von 2,3 Millionen Euro entstanden sein.

Böses Erwachen für die Kunden: Statt der erhofften iPads waren in den Kartons nur Pappe.
Böses Erwachen für die Kunden: Statt der erhofften iPads waren in den Kartons nur Pappe.
Foto: Apple

Der 47-jährige Italiener hatte zunächst gefälschte Office 2010-Kopien aus China vertrieben. Da der Nachschub aus Fernost stockte, verlegte sich der Betrüger auf iPads. Dafür füllte er 4.000 iPad-Verpackungen mit Pappe und lagerte sie bei einer Spedition ein. Zwei Interessenten nahmen zwar die Kartons, aber nicht den Inhalt in Augenschein. Einer bezahlte 495.600 Euro für 1.000 Geräte, der andere knapp 1,44 Millionen Euro für die restlichen 3.000 Stück. Der Schwindel flog erst auf, als die Käufer die Ware innerhalb Deutschland und Österreich weiter verkauften.

Vor Gericht gab der Beschuldigte an, dass hinter dem Betrug die Mafia stehe. Das Geld sei zum großen Teil nach Italien geflossen. Mittlerweile wurde auch ein Kontaktmann in Italien verhaftet.