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Palm übertrifft knapp seine gesenkte Prognose

26.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische PDA-Hersteller Palm hat gestern nach US-Börsenschluss seine Bilanz zum vierten Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahres (Ende: 31. Mai) veröffentlicht. Darin weist das Unternehmen einen Nettoverlust von 27,5 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie aus nach einem Minus von 392,1 Millionen Dollar oder 69 Cent je Anteilscheion im Vorjahresquartal. Abzüglich einer Abschreibung für unter anderem Lagerüberbestände betrug der Proforma-Verlust 17,8 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie nach 89,2 Millionen Dollar im Vorjahr.

Die Quartalseinnahmen betrugen 233 Millionen Dollar, 41 Prozent über den 165 Millionen Dollar aus dem Berichtszeitraum des Vorjahres. Palm hatte ursprünglich 290 bis 300 Millionen Dollar Umsatz angepeilt, Ende Mai seine Prognose aber auf 230 Millionen Dollar gesenkt. Das Unternehmen verkaufte im vierten Quartal 900.000 Geräte und im gesamten Geschäftsjahr 4,4 Millionen Stück. Hier ergibt sich auf Basis von einer Milliarde Dollar Umsatz (33,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis) ein Nettoverlust von 82,2 Millionen Dollar nach 356,5 Millionen Dollar im Vorjahr.

Für den Rest des Geschäftsjahres gab sich Interims-CEO (Chief Executive Officer) Eric Benhamou optimistisch. Das erste Quartal werde zwar noch saisonal schwach verlaufen, danach aber werde es mit neuen Geräten auf ARM-Basuis und neuem Betriebssystem wieder aufwärts gehen. Für das Jahr 2003 erwartet der frühere 3Com-Chef für die Handheld-Branche wieder zweistellige Zuwächse. Finanzchefin Judy Bruner erwartet für das laufende erste Quartal 175 bis 185 Millionen Dollar Umsatz und für das gesamte Fiskaljahr Einnahmen von rund einer Milliarde Dollar. Auf Proforma-Basis will Palm nun im zweiten Quartal wieder den Breakeven schaffen.

Unabhängig davon gab Palm bekannt, dass President und COO (Chief Operating Officer) Todd Bradley neuer CEO der Hardwaresparte Palm Solutions Group und im Juli in den Verwaltungsrat berufen wird. Sobald der Softwarebereich Palmsource unter Leitung von David Nagel vollständig eigenständig wird, schafft Palm den übergreifenden CEO-Posten ab. Eric Benhamou wird dann Chairman (Verwaltungsratsvorsitzender) der beiden Teilfirmen. (tc)