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Page und Brin leisten sich eine 767-200

04.11.2005
Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben sich zusammen eine (gebrauchte) Boeing 767 zugelegt.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit Platz für normalerweise rund 180 Passagiere ist die Maschine rund 70 Prozent länger und gut drei Mal so schwer wie typisches Manager-Flugzeug, etwa eine größere "Gulfstream". Page erklärte, nach ihrer kompletten Überholung werde die Maschine Platz für rund 50 Reisende bieten (in eine große Gulfstream passen maximal 15).

Bei der gekauften Maschine handelt es sich offenbar um eine 1987 an die australische Airline Quantas gelieferte, die seit 2004 stillgelegt in der Wüste von Arizona herumsteht.

Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf Insider, das geplante Interieur sehe unter anderem einen Sitzbereich, zwei Einzelkabinen mit Bad und eine Dusche vor. Dahinter soll ein großer Sitz- und Essbereich liegen, im Heck folgen zwölf bis 16 First-Class-Sitze für Gäste oder Mitarbeiter sowie eine große Kombüse.

Mit ihrem Kauf übertrumpfen Page und Brin sogar den Microsoft-Mitgründer Paul Allen, der unter anderem zwei Boeing 757 sein eigen nennt. Und es sieht ein wenig danach aus, als könnten die Google-Chefs, die bislang noch nicht die Superreichen raushängen ließen (trotz ihrer geschätzten Privatvermögen von zusammen mehr als 20 Milliarden Dollar), den Verlockungen des Kapitalismus nicht länger widerstehen.

Page räumte ein, der Kauf sehe vielleicht auf den ersten Blick nach Protzerei aus. Man habe das Ganze aber nüchtern durchgerechnet und sei zu dem Schluss gekommen, dass der Kauf absolut sinnvoll sei. Die Boeing hat geschätzte 15 Millionen Dollar gekostet, etwa ein Drittel so viel wie eine neue "Gulfstream 550". Voll besetzt fliege sie außerdem günstiger als die kleinere Maschine, erklärte Page.

Die Google-Gründer fahren beide umweltfreundliche Hybridautos, zahlen jedem Mitarbeiter 5000 Dollar, der ebenfalls ein solches Fahrzeug anschafft und unterstützen zusammen mit Firmenchef Eric Schmidt wissenschaftliche Forschung zur Reduzierung von Treibhausgasen - mangelndes Umweltbewusstsein kann man ihnen also wirklich nicht unterstellen.

Er und Brin haben sich das Flugzeug privat zugelegt und wollen sich den Kaufpreis nicht von Google zurückerstatten lassen. Einer Firmensprecherin zufolge gibt es auch keine offizielle Verbindung zwischen Maschine und Unternehmen. Page und Brin wollen die 767 offenbar unter anderem im Zusammenhang mit der wohltätigen Stiftung Google.org einsetzen. "Wir wollen in der Lage sein, eine größere Anzahl Leute zum Beispiel nach Afrika verfrachten können", erklärte Page. "Ich denke, das kann für die Welt nur gut sein." (tc)