CeBIT

OSBF bringt SOA sicher in die Cloud

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Die Projektgruppe Interoperabilität der Open Source Business Foundation (OSBF) hat auf der CeBIT eine gemeinsam entwickelte Plattform für sicheres Cloud-Computing vorgestellt.
Andreas Hartl bei der OSBF-CeBIT-PK - vor Jahren wäre das noch undenkbar gewesen... (Foto: Thomas Cloer)
Andreas Hartl bei der OSBF-CeBIT-PK - vor Jahren wäre das noch undenkbar gewesen... (Foto: Thomas Cloer)

Der Internet Service Bus (ISB) demonstriert, wie sich unterschiedliche Anwendungen zu plattformneutralen Services kombinieren und sicher nutzen lassen. Erstmals zeigt der Internet Service Bus auch, wie Konzepte der Service-orientierten Architektur (SOA) als Basis für Cloud Computing dienen können. Der Identity Network Service (INS) bietet dabei die notwendige Sicherheit. Er erlaubt eine sichere Online-Authentisierung und Autorisierung durch eine einzelne Anmeldung (Single Sign-On, SSO) auch in Cloud-Umgebungen. Für private wie B2B-Nutzer er zeigt das Projekt aus Sicht der OSBF konkrete Anwendungsszenarien für das Cloud-Computing. Für Softwarehersteller, Integratoren und Hoster liefere das Projekt zudem einen wichtigen Technologiebaustein, der ihnen neue, Cloud-basierende Geschäftsmodelle ermöglicht.

An dem Entwicklungskonsortium der Projektgruppe Interoperabilität sind 1&1, Corisecio, Microsoft, Open-Xchange und Sopera beteiligt. Andreas Hartl, Leiter der Projektgruppe und hauptberufliche Direktor Plattform Strategie der Microsoft Deutschland GmbH, kommentiert: "Cloud-Computing ist die Zukunft. Als unsere Projektgruppe im Sommer 2008 startete, haben wir darum mit ISB und INS zwei Projekte definiert, die beide den Bedarf der Kunden ins Zentrum rücken. Der Internet Service Bus ermöglicht es zum ersten Mal, dass die Services unterschiedlicher Hersteller in der Cloud miteinander kommunizieren können, und der Identity Network Service gestattet, dass Anwender mit einer einzigen Anmeldung in der Cloud Zugriff auf eine Vielzahl kombinierter Services erhalten." Für die Zukunft des Cloud Computing sei die Arbeit der Projektgruppe richtungsweisend, so Hartl weiter.

In einer Live-Demo zeigte die OSBF-Projektgruppe auf der CeBIT, wie sich über eine Webapplikation Patientendaten aus verschiedenen Quellen sicher verwalten lassen. Zum Schutz personenbezogener Daten wird dabei nur berechtigtem Pflegepersonal gezielt Zugriff auf einzelne Datensätze gewährt. Der Internet Service Bus, der auf der Open-Source-Plattform des deutschen SOA-Spezialisten Sopera basiert, schlägt dazu eine Brücke zwischen der Java- und der .NET-Welt: Er integriert die Applikationen Open-Xchange, Microsoft Exchange und Microsoft Virtual Earth in einer Weboberfläche. Für Nutzer und Applikationsentwickler erfolgt dies völlig transparent, die Kenntnis technischer Details ist nicht erforderlich.

Zudem sei, so die OSBF - übrigens das aktuelle Steckenpferd und Betätigungsfeld von Richard Seibt -, die ISB-Plattform flexibel, skalierbar und kostengünstig. Gleichzeitig eröffneten sich für die Anbieter von Online-Applikationen und -Services neue Umsatzmöglichkeiten, etwa in Form von Pay-per-use-Modellen.