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Orange-CEO Trujillo tritt zurück

31.03.2004

Der CEO des Mobilfunkbetreibers Orange, Solomon Trujillo, hat nach nur 15 Monaten sein Amt niedergelegt. Der 53-jährige Topmanager wird ersetzt durch Sanjiv Ahuja, der seit April 2003 als Chief Operating Officer (COO) für das Tagesgeschäft von Orange zuständig ist. Hintergrund ist ein massiver Konzernumbau bei France Télécom . Der Pariser TK-Konzern integriert die zurückgekauften Töchter Wanadoo und Orange und führt daher mit sofortiger Wirkung eine neue Organisationsform mit fünf operativen Säulen ein. Im Zuge der Reorganisation wird Orange als Teil der Sparte "Personal Communications Services" in die Muttergesellschaft eingegliedert.

Presseberichten zufolge sieht Trujillo damit seine Aufgabe, die Reintegration von Orange in den Konzern, als erledigt an. Der ehemalige Chef von US West will nun in die USA zurückkehren, um dort anderen Geschäften nachzugehen. Er wird jedoch France-Télécom-Chef Thierry Breton und Orange weiterhin als Berater zur Verfügung stehen.

Trujillo saß seit 2001 im Aufsichtsrat von Orange, im Februar 2003 wurde er dann von Breton zum CEO der Mobilfunktochter bestellt. France Télécom hatte Orange im Jahr 2000 für 42 Milliarden Dollar übernommen. Anschließend verschmolzen die Franzosen das Unternehmen mit ihrer eigenen Wireless-Sparte und brachte Orange 2001 an die Börse. Im September 2003 machte der TK-Konzern den Orange-Anlegern schließlich ein Angebot, die verbleibenden 13,7 Prozent der Papiere in France-Télécom-Aktien zu tauschen.

Im Rahmen des Konzernumbaus wird außerdem die Internet-Sparte Wanadoo mit dem Festnetzbereich verschmolzen und geht in den neuen Konzernbereich "Home Communication Service" auf. Leiter der Sparte wird Wanadoo-Chef Olivier Sichel, der Festnetzchef Jean-Yves Gouiffes erklärte seinen Rücktritt. (mb)