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Oracle: Weniger Gewinn, aber Optimismus

14.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Datenbankriese Oracle hat gestern nachbörslich seine Bilanz für sein zweites Geschäftsquartal vorgelegt und darin einen Nettogewinn von 549,5 Millionen Dollar oder zehn Cent ausgewiesen, zwölf Prozent weniger als im Berichtszeitraum des Vorjahres (622,8 Millionen Dollar oder elf Cent je Anteilschein). Im vergangenen Monat hatte der Konzern seine Gewinnerwartung von zuvor elf auf neun bis zehn Cent reduziert.

Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um elf Prozent auf 2,36 Milliarden Dollar. Während das Servicegeschäft mit Einnahmen von 1,54 Milliarden Dollar nahezu konstant blieb, brach vor allem der Lizenzumsatz um insgesamt 27 Prozent ein (Datenbanken: minus 21 Prozent, Applications: minus 42 Prozent). Positive Ausnahme: Der Umsatz mit Application-Server-Software wuchs um 52 Prozent - allerdings war Oracle vor einem Jahr in diesem Bereich auch noch alles andere als ein Ernst zu nehmender Player. Die operative Marge ging von 36 Prozent im Vorjahresquartal auf 35 Prozent zurück.

Finanzchef Jeff Henley gab sich trotzdem verhalten optimistisch. Das Geschäft habe "die Talsohle erreicht und sich stabilisiert", das Management erwarte nun "allmähliche Besserung". Im laufenden Quartal gebe es bereits mehr Aufträge als im am 30. November abgeschlossenen Dreimonatszeitraum. Vor allem das Applications-Geschäft werde deutlich anziehen, sobald sich die Wirtschaft wieder erhole, erklärte Henley. Analysten sind da eher skeptisch. "Man muss zwischen Pipeline und Pipe Dream unterscheiden, warnt etwa Melissa Eisenstat von CIBC World Markets. "Das Management gibt sich zwar beschwingt, aber die Aussichten sind weiterhin trübe." (tc)