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Oracle vs US-Justiz: Microsoft fürchtet um Firmengeheimnisse

15.06.2004

Im Rahmen des Prozesses zwischen Oracle und dem US-amerikanischen Justizministerium könnten vertrauliche Firmeninformationen aufgedeckt werden, fürchten die Justiziare von Microsoft. Der Softwarekonzern wird vor Gericht zum Markt für Business-Applikationen befragt. Die US-Behörde versucht gemeinsam mit Staatsanwälten aus zehn Bundesstaaten, Oracles feindlichen Übernahmeversuch gegenüber dem Konkurrenten Peoplesoft gerichtlich abzublocken. Die Kartellbehörden rechnen mit negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb, sollte es Oracle gelingen, den Konkurrenten zu schlucken. Das Verfahren läuft seit dem 7. Juni vor einem Bezirksgericht in San Francisco unter dem Vorsitz von Richter Vaughn Walker.

Das Gericht hatte im Vorfeld des Verfahrens Unterlagen von verschiedenen Softwareanbietern, darunter Microsoft, angefordert, um sich ein Bild über den Markt für Geschäftsapplikationen zu machen. Microsoft-Anwalt Charles Rule forderte Richter Walker nun auf, den Inhalt dieser Dokumente im Verfahren vertraulich zu behandeln. Sie enthielten Informationen über neue Produkte sowie deren Roadmaps. Rule zufolge konnte mit den beteiligten Prozessparteien keine Einigung darüber erzielt werden, welche Informationen verwendet werden dürften. Richter Walker kündigte an, die Unterlagen zunächst hinter verschlossenen Türen zu sichten, um dann zu entscheiden, welche Dokumente im öffentlichen Teil des Verfahrens auf den Tisch kommen sollen. (ba)