Abbau von 450 Stellen in Europa

Oracle setzt angeblich 150 Münchner Support-Mitarbeiter vor die Tür

Simon verantwortet auf Computerwoche online redaktionell leitend überwiegend alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz. Er entwickelt darüber hinaus innovative Darstellungsformate, beschäftigt sich besonders gerne mit Datenanalyse und -visualisierung und steht für Reportagen und Interviews vor der Kamera. Außerdem betreut der studierte Media Producer den täglichen Früh-Newsletter der Computerwoche. Aufgaben in der Traffic- und Keyword-Analyse, dem Content Management sowie die inoffizielle Funktion "redaktioneller Fußballexperte" runden sein Profil ab.
Angeblich will Datenbank-Gigant Oracle alle seine kleineren europäischen User-Support-Zentren schließen und die Aufgaben unter anderem nach Rumänien verlagern. Am deutschen Standort München sollen mehr als 150 Jobs betroffen sein.

Bekannt geworden sind die Pläne wohl über den Münchner Oracle-Betriebsrat. Mutmaßlich sollen auch alle anderen der 40 europäischen Standorte, an denen weniger als 100 Mitarbeiter tätig sind, geschlossen werden - und damit alle Support-Zentren außerhalb Großbritanniens, den Niederländen und Rumänien.

Oracle im Sturzflug? Zumindest für viele europäischen Support-Mitarbeiter wird es ganz eng.
Oracle im Sturzflug? Zumindest für viele europäischen Support-Mitarbeiter wird es ganz eng.
Foto: Team Oracle

Bereits in den vergangenen Monaten habe es Bestrebungen seitens Oracle gegeben, Support-Zentren mit weniger als zehn Mitarbeitern in Billiglohnländer wie Indien, Ägypten und Rumänien zu verlagern. Gewerkschaftsmitglieder berichten laut dem Nachrichtenportal "Yahoo Finance", dass Oracle europaweit ganz gezielt ältere und teurere Mitarbeiter mit durchschnittlich 13,6 Dienstjahren vor die Tür gesetzt habe. Von den so eingesparten Gehältern habe man sich dann mehr als 60 Berufsanfänger in Rumänien geleistet.

Eine weitere Quelle berichtet nach Angaben von Channelregister.co.uk, dass auch in Großbritannien für das erste Quartal 2015 mit einer Entlassungswelle im User Support zu rechnen sei.

Anwender unzufrieden mit Support

Pikant werden die Pläne, wenn man sich die Zufriedenheit der Anwender mit dem User Support von Oracle in der aktuellen Form anschaut. So veröffentlichte die Deutsche Oracle-Anwendergruppe DOAG anlässlich ihrer dieswöchigen Jahrestagung die Ergebnisse einer Umfrage unter 250 ihrer Mitglieder, nach der 38 Prozent der Befragten unzufrieden mit dem Support sind. Vor vier Jahren waren es noch nur 23 Prozent gewesen, die den User Support von Oracle als "schlecht" bezeichneten. Gerade die Qualität, die Prozesse und die Reaktionszeiten werden von einem Großteil der Anwender kritisiert.

Oracle verweigert bisher jeden Kommentar zu den Berichten, die Pressestelle war für die COMPUTERWOCHE-Redaktion am Nachmittag nicht zu erreichen.

Der aktuelle User-Support von Oracle erhält keine guten Noten.
Der aktuelle User-Support von Oracle erhält keine guten Noten.
Foto: DOAG e.V.