Vorzeitige Quartalszahlen

Oracle hält sich mit Software über Wasser

19.06.2012
Licht und Schatten beim SAP-Rivalen Oracle: Während das angestammte Geschäft mit Software rund läuft, ist der US-Konzern zuletzt deutlich weniger Server losgeworden.
Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison auf der Technologiekonferenz D10
Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison auf der Technologiekonferenz D10
Foto: Asa Mathat | All Things Digital

Der teure Ausflug ins Hardware-Geschäft bereitet Oracle Probleme. Die leistungsstarken Firmenrechner des vor zwei Jahren für 7,4 Milliarden Dollar übernommenen Spezialisten Sun Microsystems verkaufen sich immer schlechter. Nur ein gut laufendes Software-Geschäft verhinderte im vierten Geschäftsquartal einen Absturz.

Zusammengenommen stieg der Umsatz von März bis Mai noch um ein Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar (umgerechnet 8,3 Milliarden Euro). Konzernchef Larry Ellison wies am Montag vor allem auf das Wachstum im sogenannten Cloud Computing hin, bei dem Software auf zentralen Rechnern lagert. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf unterm Strich 3,5 Milliarden Dollar.

Mit den - nach allerlei Börsenaufruhr durch den Rausschmiss von Nordamerika-Vertriebschef Keith Block - vorzeitig vorgelegten Zahlen schnitt Oracle besser ab als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich stieg die Aktie um knapp vier Prozent. Zu dem Sprung trug auch die Ankündigung von Oracle bei, für weitere zehn Milliarden Dollar eigene Aktien zurückzukaufen. Damit dürfen sich die verbleibenden Aktionäre auf einen größeren Anteil am Gewinn freuen.

Im Hardwaregeschäft läuft es nicht rund - trotzdem ist Oracle noch sehr profitabel.
Im Hardwaregeschäft läuft es nicht rund - trotzdem ist Oracle noch sehr profitabel.
Foto: Oracle

Oracle ist eigentlich Spezialist für Datenbanken, hat sich durch zahlreiche Zukäufe aber immer breiter aufgestellt. So versucht Oracle bei der Unternehmenssoftware zu SAP aufzuschließen. Mit den Walldorfern liegen die Amerikaner im Dauerclinch. Mit derartigen Programmen erledigen Firmen etwa ihre Buchhaltung oder verwalten ihre Kunden. Oracle verleibte sich unter anderem die Rivalen Siebel und Peoplesoft ein.

Im Jahr 2010 kaufte Oracle Sun Microsystems. Die Hardware-Verkäufe brachen nun aber um 16 Prozent auf 977 Millionen Dollar ein. Auch das Servicegeschäft schwächelte. Dagegen stieg das wichtige Neugeschäft mit Software-Lizenzen um sieben Prozent auf vier Milliarden Dollar. Der Zuwachs ist besonders bedeutsam, weil neue Software-Lizenzen später zumeist weitere Geschäfte mit Updates und Wartung nach sich ziehen.

Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz um vier Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar und der Gewinn legte um 17 Prozent auf knapp zehn Milliarden Dollar zu. Damit gehört Oracle trotz der Probleme bei den Firmenrechnern immer noch zu den profitabelsten Technologiefirmen überhaupt. (dpa/tc)