Melissa Hathaway

Obama wählt seine Cybersecurity-Chefin

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der neue US-Präsident Barack Obama hat eine Frau dazu auserkoren, sich um die Cyber-Sicherheit der Vereinigten Staaten zu kümmern.

Die Dame heißt Melissa Hathaway und hatte zuvor bereits dem Director of National Intelligence unter George W. Bush, Mike McConnell, zugearbeitet. McConnell war im Jahr 2007 von Booz Allen Hamilton auf diesen höchsten Geheimdienstposten gewechselt. Hathaway war eine von wenigen engen Vertrauten, die er von BAH mitnahm.

Die offizielle Ernennung von Melissa Hathaway soll einer Meldung des "Wall Street Journal" möglicherweise schon heute erfolgen. Die Expertin soll zunächst die aktuellen Bemühungen der US-Regierung gegen Computerspionage, Terroristen und Wirtschaftskriminelle prüfen und anschließend vermutlich ein neues Büro des Weißen Hauses für Cybersecurity leiten.

Hathaway hatte bereits am Cybersecurity-Programm der Bush-Regierung mitgearbeitet, das mit einem Budget von etwa 30 Milliarden Dollar über fünf Jahre dotiert war und für das heuer etwa sechs Milliarden Dollar fließen sollen. Die Expertin soll in den nächsten zwei Monaten das bisherige Vorgehen beurteilen und dann Vorschläge für das weitere Vorgehen machen.

Im Wahlkampf hatte Barack Obama die Regierung Bush dafür kritisiert, dass sie Cyber-Bedrohungen nicht ernst genug nehme, und erklärt, er wolle einen "National Cyber Advisor" etablieren, der direkt an den Präsidenten berichtet. "Als Präsident werde ich der Cyber-Sicherheit die Top-Priorität einräumen, die ihr im 21. Jahrhundert zukommt", hatte Obama in einer Rede im Juli angekündigt.

Hathaway wird vorerst aber "nur" Director beim National Security Council und agiert damit im gleichen Rang wie ihr Vorgänger unter George W. Bush. - einige Ränge unterhalb eines direkten Berichtens an der Präsidenten. Roger Cressey, der früher Bill Clinton in Sicherheitsfragen beriet, zeigte sich enttäuscht ob der Aufhängung des Postens. "Sie brauchen eine landesweit bekannte Person, um Cyber vom Weißen Haus aus zu betreiben", klagt er. "Ansonsten ist das nur alter Wein in neuen Schläuchen."