Einkaufen mit dem Smartphone

Nutzer sehen Verbesserungsbedarf

07.02.2012
Der mobile Internet-Handel hat längst kräftig Fahrt aufgenommen, doch Verbraucher sehen deutlichen Verbesserungsbedarf.

Zu hohe Mobilfunkpreise, Sicherheitsbedenken und nicht ausreichend leistungsfähige Netze sehen Nutzer einer aktuellen Umfrage zufolge derzeit als die größten Hindernisse an. Das geht aus einer Studie hervor, die eBay und die Verbraucher Initiative e.V. am Montag in Berlin vorstellten.

Schaufensterbummel und Einkauf finden längst auch virtuell auf Smartphone und Tablet statt.
Schaufensterbummel und Einkauf finden längst auch virtuell auf Smartphone und Tablet statt.
Foto: Amazon.de

Gut ein Drittel der Verbraucher (36 Prozent) hat demnach bereits schon einmal über das Smartphone oder Tablet etwas gekauft, 74 Prozent haben sich vor einem Kauf unterwegs informiert - Tendenz steigend, so schätzen die Experten. 69 Prozent wünschen sich allerdings geringere Kosten für das mobile Surfen, eine kostenlose Nutzung von öffentlichen WLAN-Netzen würden ebenfalls 69 Prozent für das mobile Einkaufen als förderlich befinden.

60 Prozent der Besitzer von Smartphones und Tablets wünschen sich allerdings auch eine bessere Datenübertragungsrate, 50 Prozent eine verlässlichere Netzabdeckung. 58,5 Prozent der Befragten würden häufiger mobil einkaufen, wenn es dabei mehr Sicherheit gäbe. Dabei geht es um das mobile Bezahlen wie auch um eine bessere Transparenz bei Kaufverträgen.

Dabei boomt der mobile Handel. Künftig werde sich die Art und Weise, wie wir einkaufen und zahlen, durch die wachsende Verbreitung von Tablets und Smartphones schneller und umfassender ändern als in den letzten 20 Jahren, sagte Nikolaus Lindner von eBay. Eine Verdrängung des stationären Handels werde es dabei nicht geben, vielmehr eine Verzahnung der verschiedenen Handelswege. Ob ein Kunde mobil oder online bestellt, um etwas im Laden abzuholen oder etwas in einem Geschäft sieht, das er später online oder gleich mobil bestellt - die einzelnen Kanäle ließen sich längst nicht mehr sinnvoll auseinanderdividieren, sagte Gerrit Heinemann, Professor an der Hochschule Niederrhein.

Das mobile Einkaufen werde im Vergleich zum Online-Handel überproportional schnell wachsen, schätzt Heinemann. Wer sich im stationären Handel nicht schnell anpasst, den werde es schon bald nicht mehr geben. Auf der anderen Seite sei der mobile Handel aber auch eine "Riesenchance" für stationäre Läden.

Die am Montag vorgestellten Ergebnisse stammen aus dem dritten Teil einer repräsentativen Studie, die auf der Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Innofacts ermittelt wurden. Insgesamt wurden dabei 2166 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt. (dpa/tc)