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Nortels Umsatz geht weiter zurück

18.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Netzwerkausrüster Nortel Networks verbuchte im dritten Quartal einen Nettoverlust von 1,8 Milliarden (US-)Dollar oder 42 Cent pro Aktie. Der kanadische Konzern verbesserte sich damit deutlich gegenüber Minus von 3,47 Milliarden oder 1,08 Dollar pro Aktie im Vorjahresquartal. Das aktuelle Ergebnis belasteten nach eigenen Angaben 1,38 Milliarden Dollar hohe Abschreibungen, darunter Restrukturierungskosten in Höhe von 599 Millionen Dollar und eine Wertberichtigung von 595 Millionen Dollar für den Geschäftsbereich Optische Netze. Auf Pro-forma-Basis schrieb Nortel einen Verlust von 420 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie nach 2,18 Milliarden Dollar oder 68 Cent im Vorjahreszeitraum.

Wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung von Carriern und größeren Unternehmen sanken die Einnahmen im Jahresvergleich um 36 Prozent von 3,69 Milliarden auf 2,36 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten laut Umfrage von First Call/Thomson im Schnitt damit gerechnet, dass Nortel bei 2,38 Milliarden Dollar Umsatz ein Pro-forma-Minus von elf Cent verbucht.

Der Konzern befürchtet, dass die Unternehmenskunden bis ins kommende Jahr hinein Zurückhaltung üben werden. Als Konsequenz plant Nortel, die Kostensenkungen weiter fortzusetzen, um bis zum zweiten Quartal 2003 in die Gewinnzone zurückzukehren. Ziel sei, dass Nortel bereits bei Quartalseinnahmen von unter 2,4 Milliarden Dollar und einer Bruttogewinnmarge von knapp über 40 Prozent schwarze Zahlen schreiben könne, erklärte Finanzchef Doug Beatty. Im aktuellen Dreimonatszeitraum habe die Marge bereits 38 Prozent betragen, sagte Beatty, trotz eines Umsatzrückgangs von 15 Prozent gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal. Allerdings sollen Nortel nur noch 35.000 Angestellte auf dem Weg in die Profitabilität begleiten. Ende des dritten Quartals beschäftigte das Unternehmen etwas unter 39.000 Mitarbeiter. (mb)