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Nortel schreibt erneut Milliardenverlust

18.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bedingt durch sinkende Umsätze und hohe Abschreibungen verbuchte der kanadische TK-Ausrüster Nortel Networks im vergangenen Jahr ein gigantisches Defizit von 27,3 Milliarden Dollar. Die Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahr um über zehn Milliarden Dollar von 27,9 Milliarden auf 17,5 Milliarden Dollar zurück. Im vergangenen vierten Quartal 2001 wies Nortel erneut einen Nettoverlust von 1,8 Milliarden US-Dollar oder 57 Cent pro Aktie aus, verglichen mit einem Minus von 1,41 Milliarden Dollar oder 46 Cent je Anteil im Vorjahreszeitraum. Trotz des schlechten Ergebnisses gelang es dem Konzern, in den Monaten Oktober, November und Dezember die Prognosen der Analysten laut First Call/Thomson im Schnitt um sechs Cent zu übertreffen. Nortel selbst hatte noch Ende Dezember eine Gewinnwarnung herausgegeben und erklärt, man rechne mit einen Fehlbetrag von 2,05 Milliarden Dollar. Gegen Ende des Quartals

verkaufte der TK-Ausrüster dann einige Geschäftsbereiche. Abzüglich Umstrukturierungskosten und Abschreibungen hätte Nortel einen Verlust von 506 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie ausgewiesen. Ein Jahr zuvor hatte Nortel auf Pro-forma-Basis einen Gewinn von 929 Millionen Dollar oder 29 Cent je Anteil verbucht.

Die Einnahmen lagen im abgelaufenen Quartal mit 3,46 Milliarden Dollar zwar etwas höher als ursprünglich erwartet. Im Vergleich zu den 8,20 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres sind sie aber um 58 Prozent gesunken. Für das laufende Quartal rechnet Nortel mit einem weiteren Rückgang der Einnahmen um zehn Prozent. Anschließend soll der Umsatz langsam ansteigen und es Nortel ermöglichen, im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von TK-Equipment aufgrund der schlechten Branchensituation fast die Hälfte seiner Mitarbeiter gestrichen. Nachdem das Restrukturierungsprogramm fast abgeschlossen ist, beschäftigt Nortel derzeit noch 48 000 Angestellte.