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Nokia kommt mit einem blauen Auge davon

24.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia hat Zahlen zum vierten Quartal und zum gesamten Geschäftsjahr 2001 veröffentlicht. Für den letzten Dreimonatszeitraum weist das Unternehmen einen Nettogewinn von 450 Millionen Euro oder neun Cent pro Aktie aus, ein Minus von 63 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (1,2 Milliarden Euro/25 Cent je Anteilschein). Die Quartalseinnahmen gingen im Jahresvergleich von 9,28 Milliarden Euro um fünf Prozent auf 8,79 Milliarden Euro zurück. Die Handysparte stagnierte beim Umsatz (6,71 Milliarden Euro), der kleinere Netzbereich sowie die Investment-Abteilung melden um 17 und 41 Prozent rückläufige Einnahmen. Der operative Quartalsprofit sank von 1,73 Milliarden Euro im Vorjahr um acht Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Die Handysparte lieferte zwei Prozent mehr ab. Dafür sank der operative Gewinn des Netzbereichs um 38 Prozent auf 254

Millionen Euro; die Investment-Division konnte ihr Defizit im Jahresvergleich von 104 auf 61 Millionen Euro verringern.

Für das gesamte Geschäftsjahr ergibt sich somit ein Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro oder 46 Cent pro Aktie, 44 Prozent weniger als im Jahr 2000 (3,94 Milliarden Euro/82 Cent je Anteilschein). Nokias Jahresumsatz stieg von 30,37 Milliarden Euro um drei Prozent auf 31,19 Milliarden Euro. Das Plus geht vor allem auf das Konto der Handysparte, die um sechs Prozent wuchs. Die Bereiche Netz und Investment fielen um zwei und 31 Prozent ab. Der operative Konzerngewinn fiel im Jahresvergleich von 5,86 Milliarden Euro um elf Prozent auf 5,24 Milliarden Euro. Auch hier erwies sich die Mobiltelefonsparte mit lediglich fünf Prozent Einbruch als am stabilsten. Der Netzbereich weist Einbußen von 23 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro aus; der operative Investment-Verlust stieg von 307 auf 327 Millionen Euro.

Konzernchef Jorma Ollila äußerte sich angesichts des harten Wettbewerbs und der Wirtschaftsflaute zufrieden mit dem Abschneiden: "Mit dem vierten Quartal bin ich mehr als zufrieden. Wir waren mit unseren Handys exzellent profitabel und haben unseren Marktanteil in diesem Bereich im vierten Jahr in Folge gesteigert. Mit fast 37 Prozent liegen wir fast auf dem doppelten Niveau von 1997 mit 17 Prozent."

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Nokia eine Besserung der Marktlage. Sowohl das Handy- als auch das Infrastrukturgeschäft sollen um 15 Prozent wachsen. Im ersten Quartal sollen die Einnahmen allerdings noch zwischen sechs und zehn Prozent niedriger ausfallen als im erfolgreichen Berichtszeitraum des Vorjahres; den Proforma-Gewinn schätzt Nokia auf 15 bis 17 Cent pro Aktie. Im zweiten Quartal soll es dann "niedrig zweistellig" aufwärts gehen und im vierten Quartal schließlich in 25 bis 35 Prozent Wachstum münden.

Nokia geht davon aus, dass im Jahr 2001 weltweit rund 380 Millionen Handies verkauft wurden, davon 106 Millionen im vierten Quartal. Die Finnen selbst verkauften im vergangenen Jahr 140 Millionen Geräte, eine Steigerung um neun Prozent. In diesem Jahr schätzt das Unternehmen den weltweiten Absatz auf 420 bis 440 Millionen Geräte. Dieses zweistellige Wachstum soll auch 2003 andauern. (tc)