Stärkung des Consumer-Portfolios

Nokia kauft Mobile-E-Mail- und Messaging-Spezialisten Oz

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im Rahmen seines wachsenden Fokus auf Consumer Internet Services will der Handy-Riese Nokia nun den kanadischen Anbieter Oz Communications übernehmen.

Oz entwickelt Software für den mobilen Zugriff auf Instant-Messaging-Dienste von AOL, Yahoo und Microsoft. Ähnlich wie auf dem PC können die Nutzer damit auf einen Blick erkennen, wer von ihren Freunden gerade online ist und eine Chat-Verbindung aufbauen. Gleichzeitig erlaubt die Software auch die Nutzung der Web-Mail-Dienste von AOL, Yahoo, Google und Microsoft auf dem Handy. Die Anwendung läuft auf einer breiten Auswahl von Geräten und schließt auch einfache Mobiltelefone ein.

Zwar haben schon etliche Web-Mail-Provider Browser- oder softwarebasierende Lösungen zum Mail-Abruf via Handy im Programm, viele der Angebote sind jedoch kompliziert zu Nutzen und laufen nicht auf jedem Mobiltelefon. Hinzu kommt, dass die Oz-Software Mail-Accounts von verschiedenen Anbietern unterstützt.

Finanzielle Details zu dem geplanten Deal wurden nicht bekannt. Nokia erklärte lediglich, die Übernahme des bislang privat geführten Unternehmens mit 220 Mitarbeitern werde voraussichtlich im vierten Quartal 2008 abgeschlossen. Anschließend werde Oz Teil der Nokia-Sparte Services & Software.

Fokus auf Consumer-Geschäft

Mit dem Kauf von Oz setzt Nokia den Ausbau des Portfolios an Internet-Diensten für Privatkunden fort. Erst Anfang der Woche hatten die Finnen angekündigt, die Entwicklung im Bereich Mobile Business-Lösungen - die Plattform "Intellisync Mobile Sync" samt Einzelkomponenten - einzustellen und sich auf Internet-Dienste in Consumer-Bereichen wie Musik, Spiele, Medien, Messaging sowie kontextbezogene Service zu fokussieren. Künftig will das Unternehmen sein Intellisync-Angebot durch Lösungen von Softwareanbietern wie Microsoft, IBM, Cisco und anderen ersetzen.