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Neuer Toshiba-Akku lädt in einer Minute zu 80 Prozent

30.03.2005
In drei Jahren will Toshiba neuartige Li-Ion-Akkus für Notebooks und Handys anbieten, die drastisch viel schneller laden als herkömmliche Typen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba hat gestern Akku-Prototypen demonstriert, die sich in nur einer Minute bis auf 80 Prozent ihrer vollen Kapazität aufladen lassen. Die Technik lasse sich vermutlich binnen drei Jahren kommerzialisieren, erklärten Vertreter des Unternehmens gestern auf einer Pressekonferenz.

Bei den vorgestellten Prototypen handelt es sich grundsätzlich um Lithium-Ionen-Akkus. Diese werden durch Absorption von Ionen in die negative Elektrode geladen und entladen sich anschließend, indem die Ionen von der negativen zur positiven Elektrode wandern. Konventionelle Akku laden mit einer Rate von zwei bis drei Prozent ihrer Kapazität pro Minute und benötigen Toshiba zufolge eine Stunde oder mehr für eine volle Ladung.

Toshibas neue Technik integriere hingegen in die negative Elektrode ein spezielles Material, dass rund 80 Prozent der Ladekapazität in nur einer Minute absorbieren könne, erklärte Masayuki Ishikawa, Assistant Director im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Herstellers in Kawasaki bei Tokio.

Toshiba hat zunächst zwei Prototypen gebaut. Der kleinere misst 3,8 x 62 x 35 Millimeter, wiegt 16 Gramm und hat eine Kapazität von 600 mAH (Milliampèrestunden). Der größere misst 6,5 x 110 x 70 Millimeter, wiegt 95 Gramm und kommt auf 3200 mAH. Die Spannung der Prototypen ist nicht bekannt.

Der kleinere Akku behält nach Angaben des Toshiba-Sprechers Junichi Nagaki nach 1000 Ladezyklen noch 99 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Die Schnelllade-Akkus sollen demnach in etwa die gleiche Lebensdauer erreichen wie herkömmliche.

Für industrielle und Automobil-Anwendungen will Toshiba die neue Akkutechnik nach Aussage Norio Takami, Laboratory Leader in Kawasaki, im Jahr 2006 einsetzen. Danach stünden portable Consumer Electronics wie Notebooks oder Handys an. "Technisch gesehen ist es kein Problem, diese Technologie für Handy-Akkus einzusetzen", erklärte Takami.

Weil die Batterien so schnell laden, müsse Toshiba allerdings noch kleine Netzteile entwickeln, die den zusätzlichen Strom aushielten, erklärte das Unternehmen. Takami zufolge hat Toshiba bereits fünf Patente für seine neue Ladetechnik in Japan und den USA angemeldet, weitere sind bereits in der Mache. (tc)