Der Krise die Krone aufsetzen

Neue Web-Cam für verruchte Oligarchen

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Schlechtes Timing, aber richtig Reiche sollten sich von der Wirtschaftskrise ohnehin nicht beeindrucken lassen. Für sie gibt es nun eine kristallbesetzte Web-Cam.

In den vergangenen Jahren hat Gartner die "Consumerization" der IT zum Trend erhoben, und die Auswirkungen sind inzwischen spürbar - Notebooks und IT-Accessoires werden vehement als Lifestyle-Produkte vermarktet und mit aller Gewalt aus der Nerd-Ecke befreit. Notebooks heißen nicht mehr "1Ptg-77-BR" , sondern "Eee" oder "Aura", und Technomaden nutzen sie zum Cappucino-Working. Technische Features lenken nur ab, wichtig sind die Farbpalette und das Gewicht.

1.350 Kristalle, alle per Hand auf das Gehäuse der Web-Cam geklebt - ein technisches Meisterstück.
1.350 Kristalle, alle per Hand auf das Gehäuse der Web-Cam geklebt - ein technisches Meisterstück.

Mit dem Strom schwimmt die Firma Speed-Link, die ihre Web-Cam "Laplace" mit über 1.350 "funkelnden" Kristallen überzogen hat. Nicht überzogen ist der Preis für das "kleine Meisterwerk", nämlich 399 Euro. Zudem stammt das in schwarz und weiß verfügbare Gerät (echte Handarbeit!) aus der Reihe "Vicious and Divine", was vom Anbieter mit "verrucht und göttlich" übersetzt wird. Bis zu zwei Monate muss man nach einer "Anfrage" auf ein Exemplar warten, da wird es knapp mit dem "besonders exklusiven" Weihnachtsgeschenk. Für 50 Euro gibt es die Kameras übrigens auch sofort und ohne Kristalle, aber dann kann man ja gleich bei Logitech kaufen.