Die Linux-Woche

Neue Versionen von Mageia, Mint und ownCloud

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
In dieser Woche haben die Entwickler von Mageia und Linux Mint neue Versionen zur Verfügung gestellt. Die persönliche Datenwolke ownCloud ist in Version 4 erschienen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 21. Mit Linux Mint 13 und Mageia 2 sind haben zwei beliebte Linux-Distributionen das Licht der Welt erblickt. Erstere basiert auf Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin". Mageia entstand nach einem Streit der Community mit der Mandriva-Führung.

Die Fedora-Entwickler haben eine Beta-Version 17 für ARM zur Verfügung gestellt. Mit der privaten Cloud ownCloud 4 sind neue Funktionen in die immer beliebter werdende Software eingezogen. Wer gerne unter Linux spielt, wird diese Woche ebenfalls positiv überrascht.

Linux Mint 13 "Maya"

Man kann eigentlich nur spekulieren, warum Linux Mint derzeit so beliebt ist. Viele Anwender vertrauen der Ubuntu-Basis, kommen aber wohl mit der Desktop-Oberfläche Unity nicht zurecht. Das ist aber nicht schlimm, da es Alternativen gibt.

Da Linux Mint 13 auf der neuesten langzeitunterstützten Version von Ubuntu basiert, gibt es auch hier fünf Jahre Updates. Des Weiteren haben Anwender die Wahl zwischen den Desktop-Umgebungen Cinnamon 1.4 oder dem GNOME2-Fork MAET 1.2. Für ersteres ist 3D-Unterstützung notwendig. MATE richtet sich eher an ältere Rechner oder Fans der früheren GNOME-Ausgabe.

Des Weiteren bringt die Distribution MDM als neuen Display-Manager mit sich. Dieser basiert auf GDM 2.20. Des Weiteren haben die Entwickler an der Optik gefeilt und es sind Bildschirmhintergründe eine irischen Fotografen enthalten.

Die Standard-Suchmaschine ist nun Yahoo!. Die Mint-Entwickler konnten einen Vertrag abschließen und Yahoo! gibt einen Teil der Werbeeinnahmen an die Distribution ab. Aus demselben Grund sind auch DuckDuckGo und Amazon vorinstalliert. Andere Suchmaschinen lassen sich recht unkompliziert nachinstallieren.

Sie finden weitere Informationen in den Versionshinweisen und der "What’s New"-Seite. ISO-Abbilder für die Architekturen x86 und x86_64 gibt es im Download-Bereich der Projektseite. Es stehen auch Abbilder ohne Codecs und patentierte Software zur Verfügung.

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Mageia 2

Etwas später als geplant wurde Mageia 2 veröffentlicht. Wegen kleineren Problemen haben die Entwickler eine dritte Beta-Version eingeschoben, daher hat sich die finale Ausgabe verzögert.

Die Distribution bietet aktuelle Versionen aller großen Desktop-Umgebungen. Es sind zum Beispiel KDE 4.8.2, GNOME 3.4.1 und Xfce 4.8.3 an Bord. Browser der Wahl ist Firefox 10 ESR. Alternativ haben Anwender Zugriff auf Chromium, Opera und IceApe. Für weitere Internet-Dienste stehen Thunderbird 10 ESR oder Evolution zur Verfügung. Als Office-Software dient LibreOffice 3.5 oder Calligra. Weitere bekannte Software-Applikationen sind GIMP 2.8 mit Einzelfenstermodus, Wine 1.4 und VirtualBox 4.1.12.

Mandriva-Fans finden viel Bekanntes in Mageia wieder und dürften schnell mit der Distribution klar kommen. Weitere Informationen und Download-Links finden Sie unter mageia.org.

ownCloud 4

Jeder spricht von der Cloud - negativ und positiv. Natürlich ist es schön, immer Zugriff auf seine Daten zu haben. Kritikern ist allerdings die Sicherheit ein Dorn im Auge. Genau hier setzen die Entwickler der ownCloud an. Anwender sollen die komplette Kontrolle über ihre Daten haben.

Ab sofort gibt es die ownCloud in Version 4. Diese Ausgabe bringt Dateiversionierung mit sich. Sollten also zwei oder mehr Leute an einer Datei arbeiten, lässt sich ein älterer Zustand wieder herstellen. Sie müssen diese Option aber speziell aktivieren.

Als weitere Neuerung haben die Entwickler einen ODF-Betrachter implementiert. Berichten zufolge funktioniert dieser aber noch nicht so, wie er soll.

Ab sofort können Anwender Daten via Drag & Drop in die ownCloud hochladen. Dies funktioniert sehr gut und problemlos. Wie Sie die ownCloud installieren, finden Sie in einer Anleitung der Entwickler. Weitere Informationen zu ownCloud 4 finden Sie in den Versionshinweisen. Herunterladen können Sie die Software unter owncloud.org.

Fedora 17 für ARM Beta

In einer eher übersichtlichen Ankündigung haben die Entwickler Fedora 17 für ARM Beta zur Verfügung gestellt. In der Mailing-Liste wurde ein Link zur Download-Seite der Abbilder veröffentlicht. Wer keine ARM-Plattform bei der Hand hat, kann mit QEMU testen. Eine Anleitung dafür gibt es im Wiki des Projekts.

Carmageddon via Kickstarter und Shadowrun Returns in Berlin

Seit Wasteland 2 einen umwerfenden Erfolg über eine Kickstarter-Finanzierung vorgelegt hat, folgen andere Hersteller diesem Beispiel. Eine Neuauflage des politisch nicht ganz korreten Spiels Carmageddon ist in der Mache.

Damit Carmageddon Reincarnation gestartet wird, sind 400.000 US-Dollar angesetzt. Diese sind bereits erreicht. Sollte in den nächsten zehn Tagen die Hürde von 600.000 US-Dollar geknackt werden, gibt es auch eine Linux-Version.

Dass Showrun Returns auch für Linux entwickelt wird, steht schon länger fest. Allerdings wurde so viel Geld gesammelt, dass es eine zweite Stadt geben wird. Die Community durfte wählen und zwischen Hong Kong und Berlin lagen weniger als ein Prozent Unterschied. Eine Stichwahl fiel zu Gunsten der deutschen Hauptstadt aus. (ph)