Pat Gelsinger?

Neue Spekulationen um Ballmer-Nachfolge

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Angesichts der zusehends ausgedünnten Shortlist mehren sich die Spekulationen, ein bislang unbekannter Kandidat könnte Steve Ballmer auf dem Microsoft-Chefsessel nachfolgen.

Aktuell bringt die Journalistin Kara Swisher von "All Things Digital" den VMware-Chef Patrick Gelsinger als mögliches "Dark Horse" (Pferdesportjargon für ein unbekanntes Rennpferd, das Wetter nicht kennen und darum nicht einschätzen können) ins Spiel. Der zuletzt besonders hoch gehandelte Ford-Chef Alan Mulally hat nach Einschätzung der Expertin immer schlechtere Karten; dazu hatten zuletzt Bemerkungen von Ford-Chairman Edsel Ford II beigetragen, der gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg erklärt hatte, Mulally wolle bis mindestens Ende 2014 bei Ford bleiben.

Pat Gelsinger - ist der VMware-Chef der große Unbekannte auf Microsofts CEO-Shortlist?
Pat Gelsinger - ist der VMware-Chef der große Unbekannte auf Microsofts CEO-Shortlist?
Foto: VMware

Neben Mulally werden auch immer noch diverse Microsoft-interne Kandidaten als Ballmer-Kronprinzen gehandelt - zum Beispiel Enterprise-Chef Satya Nadella, COO Kevin Turner, der Chefstrage und frühere Skype-Chef Tony Bates sowie der ehemalige Nokia-CEO Stephen Elop. Zumindest Elop und Turner sind aktuell aber offenbar bereits so gut wie aus dem Rennen.

Daneben wurden auch immer wieder Outsider ins Spiel gebracht - zum Beispiel die Facebook-COO Sheryl Sandberg (die aber wohl nicht mit Microsoft gesprochen hat) oder der Pivotal-Chef und frühere Microsoft-Manager Paul Maritz, der sich zwar mit Microsoft-Gründer Bill Gates getroffen, aber kein Interesse an einer Rückkehr nach Redmond hat.

Steve Ballmer hatte im August 2013 überraschend seinen Rücktritt binnen Jahresfrist angekündigt.
Steve Ballmer hatte im August 2013 überraschend seinen Rücktritt binnen Jahresfrist angekündigt.
Foto: Microsoft

Maritz wiederum war Vorgänger von Pat Gelsinger an der VMware-Spitze. Gelsinger hatte davor als President und COO den Bereich Information Infrastructure Products bei der Vmware-Mutter EMC geleitet. Bekannter ist er den meisten aber durch drei Jahrzehnte Karriere beim langjährigen Microsoft-Partner Intel, wo er unter anderem als Architekt den 80486-Prozessor entwarf.

Gelsinger genieße im Silicon Valley hohes Ansehen, schreibt "All Things D" weiter und zitiert dazu einen Insider mit dem Lob: "Er stünde sicher ganz oben auf jeder Kandidatenliste in der Branche, wenn er verfügbar wäre. Es wäre überrascht, wenn er VMware so schnell wieder verließe - aber vielleicht sollte ich das nicht sein." VMware und Microsoft jedenfalls wollten Swishers Spekulationen nicht kommentieren.