Programmierschnittstellen für Social Networks

Neue Offenheit: MySpace, lokalisten und studiVZ

30.01.2008
Die großen Social Networks öffnen sich - auch hierzulande - mit APIs für Entwickler.

Die derzeit weltweit populärste Social-Networking-Site MySpace startet heute die Registierung interessierter Entwickler für seine bereits im vergangenen Oktober angekündigte Developer Platform. Am kommenden Dienstag geht die Entwickler-Site dann voll in Betrieb und bietet dann Dokumentation und APIs (Application Programming Interfaces = Programmierschnittstellen), mit denen Entwickler Anwendungen für MySpace erstellen und testen können. Bislang hatte MySpace nur ausgewählte Widgets von Fall zu Fall gestattet.

Der Mitbewerber Facebook hatte seine Plattform bereits im Mai mit großem Erfolg geöffnet. Seither wurden bereits rund 14.000 Applikationen und Widgets veröffentlicht, die sich in Facebook einklinken. Der Internet-Riese Google möchte mit seiner Initiative "OpenSocial" erreichen, dass Social Networks mit gemeinsamen APIs arbeiten, damit Entwickler ihre Programme nicht für jede Plattform neu schreiben müssen. MySpace hatte wie auch andere Anbieter angedeutet, OpenSocial zu unterstützen.

lokalisten.de setzt für seinen Relaunch auf die APIs von Googles OpenSocial.
lokalisten.de setzt für seinen Relaunch auf die APIs von Googles OpenSocial.

Die neue Offenheit beschränkt sich aber nicht auf das "Internet-Mutterland" USA. Einen Relaunch verpasst sich zum Beispiel Deutschland laut IVW fünftmeistgeklickte Website lokalisten.de (gehört inzwischen zu 30 Prozent ProSiebenSat.1) in gut fünf Tagen. Dieser beinhaltet unter anderem auch eine Schnittstelle für externe Anwendungen (OpenSocial wird explizit erwähnt). Für sicher und in puncto Datenschutz unbedenklich befundene Third-Party-Anwendungen werden in einen Katalog aufgenommen, auf den alle Mitglieder zugreifen können. Weitere Neuerungen sind individuell gestaltbare Start- und Profilseiten sowie ein (abschaltbarer) "Activity Feed" zu Veränderungen im Freundeskreis.

In der letzten Nacht wurde außerdem die neue Softwareplattform von studiVZ einer "Generalprobe" unterzogen. Der komplette Launch der neuen Architektur soll laut CTO Dennis Bemmann "in Kürze stattfinden". Die Technik der Holtzbrinck-Beteiligung hat die Plattform in den letzten sechs Monaten von Grund auf neu geschrieben. Und auch bei studiVZ wird es Schnitstellen für externe Entwickler geben. Ansonsten lag der Schwerpunkt auf Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Modularität. Das soll künftige Entwicklungen einfacher und schneller machen. Unter anderem verspricht studiVZ seinen Mitgliedern in Kürze neue Optionen zum Schutz der Privatsphäre. (tc)