IT & Business

Neue Messe, neues Glück?

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Die Fachmesse "IT & Business" startete mit wenig ambitionierten Zielen.

Nach dem Aus für die "Systems" im vergangenen Jahr wagte sich die Messe Stuttgart mit einer neuen Fachmesse an den Start. Die "IT & Business" fokussiert sich unter anderem auf Themen wie Geschäftsapplikationen, Prozessoptimierung, Middleware und Dienstleistungen. Ansprechen will die Ausstellung den Mittelstand, der in Stuttgart und dem Umland reichlich anzutreffen ist. Ebenso finden sich viele IT-Anbieter und damit potenzielle Aussteller in Reichweite, darunter zahlreiche ERP-Softwarehäuser.

Der erste Eindruck: übersichtlich

Die Messe umfasste eine große Halle im neuen Messezentrum am Stuttgarter Flughafen. Mit unüberschaubaren Besuchermassen rechnete wohl keiner der rund 300 Aussteller: Die Veranstalter erwarteten 7500 Fachbesucher in drei Tagen (6. bis 8. Oktober), am Ende waren es 6500. Nach Darstellung der Messeleitung waren die Schwaben nicht unter sich: Es sollen auch Interessenten aus Bayern zugegen gewesen sein, die bislang die Systems in München besucht hatten.

Das sagen die Aussteller

Befragte man Aussteller zu ihrer Einschätzung der Messe, schwang in den Antworten natürlich immer Zweckoptimismus mit. Praktisch alle sagten, die meisten Besucher seien mit konkreten Anliegen nach Stuttgart gekommen. Das galt zum Beispiel für Unternehmen, die eine Produktauswahl vorbereiten oder sich unterschiedliche Anbieter aus der Nähe anschauen wollen. Trotz zahlreicher Internet-Angebote, die bei der Vorauswahl von IT-Produkten helfen, möchten Anwender offenbar auf den direkten Austausch mit den Lösungsanbietern nicht verzichten.

Neukunden statt Kontaktpflege

Thomas Jensen vom Softwarehaus Infor betrachtet die Messe als regionale Veranstaltung, die es dem Mittelstand im größeren Umkreis erlaube, an einem Tag eine Fülle an Anbietern zu begutachten. Sein Unternehmen habe Kontakt zu potenziellen Kunden aufbauen können. "Die CeBIT dient im Gegensatz dazu eher der Kontaktpflege", so der Manager.

Besucher sondieren den Markt

Ohne große Erwartungen war der ERP-Spezialist Ordat zur Messe gekommen. Der geschäftsführende Gesellschafter Markus Schäfer lobt aber das Messekonzept, sich vor allem auf Geschäftsapplikationen und -prozesse zu konzentrieren. "Manche Besucher nutzen die Messe für eine erste Marktsondierung", so der Manager.

Recht zufrieden mit dem Messeverlauf äußert sich Markus Klahn, Vorstand der Proalpha Consulting AG. Der Anbieter hatte wegen des Zulaufs an Standbesuchern einen weiteren Mann nach Stuttgart beordert. Klahn zufolge hätten sich nicht nur Schwaben am Proalpha-Stand eingefunden: "Ein Viertel unserer Besucher kommt aus Mittel- oder Norddeutschland", war sich der ERP-Experte sicher.

Flop oder Top?

Ob das Konzept der IT & Business aufgeht, ist noch nicht gesagt. Der erste Versuch stand noch dazu unter dem Einfluss der wirtschaftlich angespannten Situation: Viele schwäbische Autozulieferer haben im Augenblick andere Sorgen.

Zumindest lässt sich sagen, dass der Themenfokus und die Ansprache des Mittelstands der richtige Weg sind. Eine Veranstaltung dieser Art gab es bisher nicht. Sie wird aber noch Zeit brauchen, sich weiterzuentwickeln. Ob die Messe es jedoch schafft, über die Region Stuttgart hinaus ein größeres Publikum anzuziehen, ist fraglich.

Die nächste IT & Business findet vom 26. bis 28. Oktober 2010 ebenfalls auf der Neuen Messe Stuttgart statt. Der Termin ist dann so gelegt, dass eine zeitliche Überlappung mit der "CRM Expo" in Nürnberg wie in diesem Jahr vermieden wird. Die zweitägige CRM-Fachmesse beginnt am 6. Oktober 2010.