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Neue Initiative gegen Spyware

13.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Anti-Spyware-Coalition (ASC), ein Zusammenschluss von Herstellern und institutionellen Interessengruppen, will sich gegen Spyware einsetzen. Als einen ersten Schritt hat das auf Betreiben des Center for Democracy and Technology gegründete Konsortium jetzt mehrere Dokumente vorgelegt, die eine Definition des Begriffs Spyware, ein Glossar sowie Tipps für den Schutz vor der Schnüffelsoftware enthalten. Außerdem gibt es einen Vorschlag für die Vorgehensweise, wenn ein Unternehmen seine Produkte fälschlicherweise als Spyware bezeichnet glaubt.

Bislang werden solche Fälle auf individueller Basis gehandhabt, was auch für die Hersteller von Anti-Spyware-Tools eine große Belastung darstellt. Ari Schwartz, Associate Director des Center for Democracy and Technology glaubt, dass eine Vereinheitlichung dazu führen könnte, dass die Firmen mehr Zeit für das Entwickeln ihrer Produkte haben und sich weniger um derartige Streitigkeiten kümmern müssen.

Schwartz hofft, mit den jetzt veröfentlichten Dokumenten einen allgemeinen Diskurs anregen zu können. Das Feedback der Industrie und der betroffenen Anwender soll als Basis für das weitere Vorgehen dienen. So plant das Konsortium, Unternehmen bei der Risikobewertung durch Spyware zu unterstützen und Best Practices für den Umgang mit beziehungsweise den Schutz vor solchen ungewollten Programmen zu erarbeiten. Diese Informationen sollen dann im Herbst zur Verfügung gestellt werden.

Das ASC tritt die Nachfolge des Consortium of Anti-Spyware Technology Vendors (Coast) an, das im Februar nach internen Streitigkeiten zerbrochen war. Coast war es nicht gelungen, die unterschiedlichen Ziele der Mitglieder zu koordinieren, außerdem hatte es eine anhaltende Debatte darüber gegeben, ob Anbieter von Spyware als Mitglieder zugelassen werden oder nicht.

Derlei möchte ASC verhindern, außerdem hat die Vereinigung den Anspruch, über die Grenzen der USA hinaus tätig zu sein. Bereits jetzt gehören mehrere europäische Firmen zu den Mitgliedern, darunter LavaSoft aus Schweden, Panda Software aus Spanien und Safer Networking aus Deutschland. Insgesamt bringt die ASC es derzeit auf zwanzig Mitglieder, darunter auch bekannte Unternehmen wie AOL, Computer Associates, EarthLink, Hewlett-Packard (HP), McAfee, Microsoft, Symantec, Trend Micro und Yahoo, aber auch Institutionen wie die Juristische Fakultät der Universität von Californien in Berkeley oder die Cyber Security Industry Alliance. (ave)